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meinungsstark

Erwachsene Wähler

Ilko-Sascha Kowalczuk über die AfD: ,Glaubt den Lügen der Extremisten nicht‘“, taz vom 2.8.26

Jeder Wähler ist erwachsen. Wer eine rechtsextremistische Partei wählt, der muss sich diese Wahl zurechnen und sich damit selbst als Rechtsextremist bezeichnen lassen.

Viele Konservative, aber auch solche Gestalten wie Sahra Wagenknecht und Holger Friedrich fordern einerseits, man solle Wähler der AfD ernst nehmen, behaupten aber andererseits, man dürfe ihnen ihre freie Wahl nicht zurechnen. Als seien sie kleine Kinder oder Leute, die sozusagen in höchster Not und ohne ganz Herr ihrer Sinne zu sein, rechtsextremistisch wählen. Beides geht nicht, und Kowalczuk zeigt das immer sehr deutlich auf. Suryo, taz.de

Vereinfachte Weltbilder

Mir kommt das Interview etwas zu schwarz-weiß vor. Es geht nicht nur um Ostalgie oder die Prägung durch die DDR, sondern auch um Identität. Nach der Wiedervereinigung wurden nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche den Maß­stäben der westlichen Marktwirtschaft untergeordnet. Nicht nur Betriebe, sondern Institutionen, Biografien und Erfahrungen wurden häufig als rückständig oder entbehrlich betrachtet.

Auch die Unterstützung autoritärer Regime, der Vietnamkrieg und andere militärische Interventionen gehören zur Geschichte westlicher Politik. Deshalb erscheint mir die Darstellung des Westens als zu unkritisch.

Auch die Friedensbewegung kommt mir zu schlecht weg. Sie war nie ein Sprachrohr Moskaus. Vielmehr war sie Ausdruck einer breiten gesellschaftlichen Entwicklung, die Krieg, Aufrüstung und Machtpolitik grundsätzlich kritisch hinterfragt hat.

Und genau deshalb ist Deutschland heute auch „eine der besten, freiesten und wohlhabendsten Gesellschaften, die die Welt bisher gesehen hat“. Wer vor vereinfachenden Weltbildern warnt, sollte selbst keines zeichnen.

Steffan Schmitt, taz.de

Verharmlosung von Gewalt

„Islamistischer Anschlag auf den CSD: Auf einem Auge blind“, taz vom 27.7.26

Ein Anschlag, der queere Menschen traf, wird in diesem Artikel zum Anlass genommen ein bestehendes politisches Narrativ zu bestätigen: Dieselbe Instrumentalisierung, vor der der Autor selbst warnt, wendet er nur in die andere Richtung.

Wer wirklich gegen Verharmlosung von Gewalt ist, sollte auf Differenzierung setzen statt auf Pauschalurteile. Dass die taz Jan Feddersen hier eine Plattform für rassistische Ansichten gibt, ist erschreckend.

Klar ist, dass Gewalt gegen queere Personen – die tagtäglich in Deutschland passiert, zum Beispiel Polizeigewalt auf der Internationalist Queer Pride – verharmlost wird und zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, und das nicht von der linken queeren Community selbst, sondern im generellen öffentlichen Diskurs. Jona Wolf

Unangenehme Entwicklung

Die Klimaentwicklung ist keine Krise. Ohne diese Klimaentwicklung würde es die Menschheit voraussichtlich nicht geben.

Immer mehr Menschen auf engstem Raum und immer mehr Hitzestauflächen beschleunigen die unangenehme Wärmeentwicklung schneller. Um 1960 gab es auch Sommer mit bis zu 39 Grad. Nur damals waren die Städte deutlich kleiner, die Hitzestaus weniger belastend. Die Politiker nehmen die Entwicklung zur Steuergenerierung, jedoch nicht zur Klimaveränderung.

Die vorhandenen Techniken werden nicht oder nur zaghaft genutzt und eine gezielte Speicherung zu Gunsten des Grund- und Trinkwassers wird erst eingeleitet, wenn es zu spät ist. Stattdessen wird über Fracking, sprich Ressourcenvergiftung diskutiert!? So kann es nichts werden mit dem Klima und den Lebensgrundlagen. Karl Buck, Stetten

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen