meinungsstark:
Mündige Bürger
wochentaz vom 4. – 10. 7. 26
Mich wundert immer wieder, mit welcher Selbstverständlichkeit manche Westdeutsche glauben, den Ostdeutschen deren Motive erklären zu können. Niemand käme auf die Idee, aus Wahlergebnissen in Nordrhein-Westfalen auf den Charakter aller Westdeutschen zu schließen. Beim Osten scheint das plötzlich legitim zu sein. In einer Demokratie zählt jedoch nicht, wer mehr Menschen hat oder wer glaubt, kulturell überlegen zu sein. Entscheidend ist, dass unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen respektiert werden.
Vielleicht wäre es an der Zeit, Ostdeutsche nicht länger als politisches Studienobjekt oder Projektionsfläche zu behandeln. Wir brauchen keine Erklärer aus dem Westen, die uns sagen, wer wir sind oder warum wir wählen, wie wir wählen. Wir sind mündige Bürger – mit genauso unterschiedlichen Ansichten wie im „Westen“. Und falls Sie es immer noch nicht verstanden haben, hier geht es nicht um das Klischee von Ost/West!
BuffyShe auf taz.de
Verzweiflung pur
„Mehr Erneuerbare, mehr Fossile, mehr Emissionen “,
taz vom 30. 6. 26
Es gibt keinen „Energieverbrauch“, denn nach dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik kann Energie nicht verbraucht, sondern nur in andere Formen umgewandelt werden. Und genau das ist in diesem Artikel an anderer Stelle richtig beschrieben, aber in seinen Folgen nicht dargestellt. „Ein Großteil der fossilen Primärenergie – mehr als die Hälfte – geht bei der Verbrennung als Hitze verloren …“
Wo bleibt die Wärmeenergie? Wenn in der Atmosphäre immer mehr Teilchen vorhanden sind, die die Abstrahlung in den Weltraum verhindern, dann erwärmen sich Erde und Atmosphäre. An dieser Stelle ist schon Ludwig Boltzmann verzweifelt und hat sich umgebracht.
Wolfgang Elsasser, Eicklingen
Klimaanlagen
„Uncool“,
wochentaz vom 4. – 10. 7. 26
Dass es Splitanlagen erst ab 10.000 Euro gibt, ist falsch. Nach dem Hitzesommer 2018 habe ich mir eine Splitanlage einbauen lassen. Für circa 2.500 Euro! Kopfschmerzen oder Unwohlsein durch die Klimaanlage hat nur derjenige, dessen Anlage nicht richtig eingestellt ist. Man kann nicht nur die Temperatur, sondern Lüftungsstrom, Ventilatorgeschwindigkeit und Richtung des Luftstroms einstellen, so wie es einem recht ist beziehungsweise so, dass man sie gar nicht spürt. Meine Wohnung wäre trotz Erdgeschoss bei extremer Hitze nicht zu bewohnen, da mein ungefähr 30 Quadratmeter großes Wohnzimmer keine Bebauung mehr nach oben, sondern ein Flachdach hat. Das ist zwar inzwischen gedämmt, sodass ich in normalen Sommern die Klimaanlage kaum mehr benötige, aber bei dieser extremen Hitze war sie ein wahrer Segen, und ich kann jedem nur dazu raten.
Annette Meyer, Düsseldorf
Am Milchregal
„Ist die Kuhmilch wieder da?“,
wochentaz vom 4. – 10. 7. 26
Die tiefsinnigen Gedanken der Autorin zu dem Thema, warum der Siegeszug der Milchalternativen stagniert, sind ja sehr interessant – aber könnte es nicht auch einfach am Preis liegen? Ein Liter Kuhmilch kostet deutlich weniger als die Soja-, Hafer- oder anderen Alternativen. Und es liegt nicht daran, dass die Kühe so gut, gerne und preiswert Milch produzieren können – sondern die Milchproduktion wird seit Jahrzehnten massiv subventioniert. Das „Primat der Ökonomie“ macht auch nicht vor dem Milchregal halt.
Wolfgang Dürr, Berlin
Bundesregierung
„Programm für Armut und Stagnation“,
taz vom 2. 7. 26
„Kriegstüchtig werden“ durch sparen, streichen, kürzen, länger arbeiten. So lässt sich meines Erachtens das aktuelle Programm der Bundesregierung zusammenfassen: Die Infrastruktur zerbröselt, Kitas, Schulen und Universitäten werden vernachlässigt, das Kranksein, das Wohnen und die Pflege werden immer teurer, Schwimmbäder, Bibliotheken und Krankenhäuser schließen … Unsere Steuergelder gehen stattdessen an Bundeswehr und Rüstungskonzerne. „Kriegstüchtig werden“ heißt die Parole. Kaum einer stellt die Frage, ob wir unsere sozialen Errungenschaften wirklich opfern wollen, damit Deutschland zur „militärischen Führungsmacht in Europa wird“, wie von der Bundesregierung gefordert.
Heinz Quix, Übach-Palenberg
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