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Glücklich ist, wer Stapel mit alten tazzen zu Hause hat

Wenn mein Freund Uli auf Reisen geht, und sei es nur mit der Bahn in die Uckermark, schaut er sich in seinem WG-Zimmer um: Welcher Stapel mit den tazzen soll es diesmal sein? Uli hat es wirklich schwer mit der Entscheidung, denn die Zeitungsberge wachsen links und rechts neben seinem Bett bis unter die Decke. Hat sich Uli entschieden, zieht er irgendeine Ausgabe aus dem Stapel. Die kann dann schon mal von 2009 sein. Die schiebt Uli in seine Aktentasche und freut sich: in der Bahn endlich in Ruhe taz lesen. Blättern, rascheln, falten.

Es heißt ja, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Papperlapapp. Uli findet in jeder Ausgabe Artikel, die so aktuell sind, als seien sie gerade erst geschrieben worden. Und solche, von denen er etwas lernt, die ihn zum Lachen bringen. Uli ist Chef eines kleinen, feinen Handwerkbetriebs in Berlin – und wer in diesen Zeiten einen Handwerker sucht, weiß, dass Uli niemals tagsüber zum Lesen kommt. Abends schon gar nicht, denn Feierabend hat er praktisch nicht. Aber die taz, sagt Uli, ist nun mal „meine Lieblingszeitung“. Und die kann er doch nicht einfach ungelesen in den Müll werfen! Schon allein wegen der Nachhaltigkeit.

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Unter diesem Motto schreiben wir in Reportagen und einer Kolumne auf, was uns bis zum Ende der gedruckten Werktagstaz erinnernswert scheint. Viel Holz also noch bis zum 17. Oktober. Alle Zukunftsinfos unter taz.de/seitenwende.

Wenn am 17. Oktober die letzte Printausgabe der Tages-taz erscheint, ist Uli gewappnet. Auf dem Handy hat er zwar längst die Digi-App – aber eben auch noch genügend gedruckte tazzen. Und in die Uckermark fährt er regelmäßig.

Simone Schmollack arbeitet seit 2001 für die taz, seit 2009 als Redakteurin, zunächst im Inland, dann als Ressortleiterin in der Regie und aktuell in der Meinung.

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