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doppelblindÄgyptische Prinzessinnen kämpften mit Dolch, Pfeil und Bogen

Worum geht’s?

Etwa vierzig Kilometer südlich von Kairo liegt die rund 4.000 Jahre alte Dhaschur-Nekropolis, ein Komplex mehrerer Pyramiden und Grabstätten. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Ar­chäo­lo­g*in­nen dort sechs königliche Mumien – fünf Prinzessinnen und ein König. Neben Schmuck und Zeptern waren alle Gräber auch mit Waffen ausgestattet. Darunter Dolche, Pfeile und Bögen. Ursprünglich wurde vermutet, dass es sich um symbolische Gaben handelt, als Schutz und Geleit für ein Leben nach dem Tod.

Doch ein Team um die ägyptische Archäologin Zeinab Hashesh stellte nun fest, dass die ägyptischen Prinzessinnen bereits zu Lebzeiten im Umgang mit diesen Waffen geschult waren.

Die Studie

Skelette passen sich über das Leben hinweg den Aktivitäten eines Menschen an. Anhand der Knochen können Forschende deshalb das Leben einer Person so bis zu einem gewissen Grad rekonstruieren. Bei den Dhaschur-Mumien konnten die Forschenden so feststellen, welche Gliedmaßen und Muskeln die Prinzessinnen und der König besonders häufig nutzten. Bei allen Skeletten fanden sich Spuren von kräftigen Muskelansätzen an den Oberkörpern, Unterarmen und Händen. Also Indizien dafür, dass die Prinzessinnen körperlich sehr fit und aktiv waren und bestimmte Waffen regelmäßig nutzten.

Am Skelett von Prinzessin Noub-Hotep waren die Handknochen ein wichtiges Indiz für den Umgang mit Waffen. Ihr zweiter Mittelhandknochen, der den Zeigefinger stützt, zeigte eine eindeutige Krümmung. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Noub-Hotep die Hand für anstrengende Bewegungen nutzte – wie etwa für das Greifen und Halten einer Bogensehne. Diese Erkenntnis deckt sich mit dem Fund eines Bogens in ihrer Grabstätte.

Die Untersuchungen zeigen zudem, dass die Prinzessinnen während ihres Lebens mehrere Verletzungen erlitten. Am Skelett von Prinzessin Itaweret, die im Alter zwischen 20 und 34 verstarb, konnten die Forschenden gut verheilte Brüche der Rippen und Fußknochen feststellen. Die Verletzungen kamen wahrscheinlich durch Stürze oder harte Schläge zustande, die Itaweret möglicherweise bei der Jagd oder bei militärischen Übungen erlitt.

Was bringt’s?

Neue wissenschaftliche Studien stellen wir jede Woche an dieser Stelle vor – und erklären, welchen Fortschritt sie bringen. Sie wollen die Studie im Internet finden? Jede hat einen Code, hier lautet er: doi.org/10.3389/fearc.2026.1844402

Hasheshs Team legt den Fokus auf die Lebensrealitäten der ägyptischen Prinzessinnen aus der zwölften Dynastie, anstatt sich lediglich auf Schmuck und Grabbeigaben zu fokussieren. Die so gewonnenen Erkenntnisse rücken das Bild der adeligen Frau und ihrer Rolle in der ­Gesellschaft zu dieser Zeit in ein neues Licht.

Ein Leben in der Elite war für Frauen demnach härter und fordernder als bislang angenommen. Sie hatten keinen rein häuslichen Alltag, sondern waren ebenso fit, fähig und kampferprobt wie die männlichen Mitglieder der Königsfamilien. Evke Bakker

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