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die kinderfrageWieso sind Tauben immer noch schmutzig, wenn sie fliegen und es regnet?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre.

Sie flattern durch Bahnhöfe. Gurrend picken sie auf Marktplätzen Brotkrumen auf. Und viele Kinder scheuchen sie schrecklich gern durch die Einkaufspassagen. Tauben gehören fest zu unserem Stadtbild. Doch ihr Ruf ist nicht der beste.

Viele Leute mögen keine Tauben. Sie sind genervt von ihnen, weil sie auf Dächer, Fensterbretter und Denkmäler kacken. Die Vögel werden manchmal auch „Ratten der Lüfte“ genannt, weil sie als dreckig gelten und Krankheiten übertragen sollen.

Die Sache ist nur die: So schmutzig sind Tauben gar nicht. Weder eine Taube noch irgendein anderer Vogel kann sich Schmutz im Gefieder leisten. Denn das würde ihnen Probleme beim Fliegen bereiten. Darum putzen so ziemlich alle Vögel ihre Federn mit dem Schnabel. Außerdem baden sie ausgiebig, mal im Wasser, mal im Sand.

Warum also gelten Tauben als schmutzig? Das liegt nicht an dem Vogel selbst, sondern an den Hinterlassenschaften. Allerdings ist Taubenkot nicht gefährlicher als der von anderen Vögeln. Nur kommen eben in unseren Städten viel mehr Tauben an einem Ort zusammen. Dadurch fällt der Taubendreck mehr auf.

Dass so viele Tauben in unseren Städten leben, ist unsere eigene Schuld. Vor Tausenden Jahren hielten Menschen Tauben als Haustiere. Sie transportierten Briefe und wurden auch gegessen. Die Nachkommen dieser Haustauben sind bis heute an uns gewöhnt. In der Stadt finden sie Schutz vor Feinden wie dem Habicht. Außerdem gibt es reichlich Futter, auch wenn Brotkrümel und Pommes auf dem Boden gar keine gesunde Nahrung für sie sind.

Wilde Tauben nisten und brüten an Klippen und in Höhlen. Darum fühlen sich die Vögel an Hauswänden, Brücken und anderen Bauwerken wohl. Dort sorgen sie dann erst für richtig Ärger. Es heißt, der Taubendreck greife die Baustoffe an und mache die Gebäude kaputt. So richtig bewiesen ist das nicht. Einige Forschende sagen: Weder würden die Tauben viel Dreck machen noch greife Taubenkacke Baustoffe wie Stein oder Holz an.

Hast du auch eine Frage? Dann schreib sie uns an kinderfragen@taz.de

Doch Schmutz hin oder her: Tauben sind wilde Tiere, auch wenn sie so nah bei den Menschen leben. Und wilde Tiere sollte man nicht anfassen. Sie können Bakterien und Keime mit sich tragen, die den Tieren zwar nicht schaden, den Menschen aber schon. Vielleicht erzählen ja deshalb manche Eltern ihren Kindern, die Tauben seien dreckig, eklig und igittigitt.

Philipp Brandstädter

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