: der schwerpunkt
Foto: Dann Pettersson
Umzugshilfe Nein, nicht alles ist Leerstand in Guben. Die kleine Stadt an der polnischen Grenze hat Cafés, die geöffnet sind und Tische rausgestellt haben, an denen auch jemand sitzt. Autos parken auf der Straße, in manchen Fenstern hängt Schmuck, man sieht, da wohnt jemand dahinter. Über 16.000 Menschen leben in Guben, aber: es werden jedes Jahr weniger. Die einstige „Perle der Niederlausitz“, zu DDR-Zeiten bekannt durch ihre Hutfabriken, verliert seit der Wende unaufhaltsam Einwohner*innen. Es fehle „eine ganze Generation“, sagt der Bürgermeister von der CDU, der die Stadt nach vorne bringen will, neue Industrie herholen. Nur: dazu braucht es Arbeitskräfte. Seit diesem Jahr gibt es darum die Aktion „Probewohnen in Guben“. Für ein paar Wochen wird zuzugswilligen Menschen eine Wohnung gestellt, 50 Euro Nebenkosten, mehr müssen sie nicht bezahlen. Ob sie danach wohl bleiben? Zum Thema
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen