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Sind die Arbeits­bedingungen in Hollywood wirklich so schlecht?

Die Dreh­buch­au­to­r:in­nen in den USA streiken schon eine Weile, jetzt legen auch die Schau­spie­le­r:in­nen ihre Arbeit nieder. Und fordern mehr Geld. Zu Recht?

Richtig ist:

Hollywood, das ist doch Glanz und Glamour, das sind Blockbuster, die Millionen einspielen und ihren Stars ewigen Ruhm verschaffen. Prunkvolle Preisverleihungen festigen alljährlich den Anschein, der US-Filmbranche könnte es nicht besser gehen. Tatsächlich aber steckt sie schon lange in der Krise. Das Streaming facht den Konkurrenzkampf zwischen den großen Studios immer weiter an, sie produzieren mehr Inhalte für weniger Geld. Dass Dreh­buch­autor:in­nen darunter leiden, ist bekannt. Nun klagen auch Zehntausende Schau­spie­le­r:in­nen der Gewerkschaft SAG-AFTRA über schlechte Bezahlung und fordern einen Bonus, wenn die Serie oder der Film, in dem sie mitwirken, gut läuft. Darstellerinnen des Netflix-Hits „Orange Is the New Black“ gaben beispielsweise an, pro Drehtag durchschnittlich 900 Dollar oder weniger verdient zu haben. Die Zahl der Drehtage im Monat sei oft nur eine Handvoll, zusätzlich müsse man Agen­t:in­nen bezahlen und eine Wohnung im teuren New York. Weiterer Streitpunkt ist die künstliche Intelligenz. Dürfen Studios Stimme oder Gesicht eines Schauspielers nutzen, ohne ihn dafür zu bezahlen? Die vergleichsweise sehr wenigen sehr Großen wie Meryl Streep oder Ben Stiller äußerten zwar Solidarität – ihr Reichtum ist es aber auch, der die öffentliche Wahrnehmung des Berufsstands verfälscht. Leonie Gubela

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