: das schiltal
Nach der Kohleförderung kam die Armut
Das Schiltal ist vor allem bekannt wegen seiner revoltierenden Bergarbeiter, die schon gegen den Diktator Ceaușescu streikten und nach 1989 mehrmals in der rumänischen Hauptstadt Bukarest einmarschierten, demonstrierende antikommunistische Studenten niederknüppelten und 1991 die Regierung zum Rücktritt zwangen.
Die Steinkohleförderung in der Region wurde in den 70er- und 80er-Jahren massiv ausgeweitet, weil das Ceaușescu-Regime Rumänien zum größten Pro-Kopf-Stahlproduzenten der Welt machen wollte und Kohle für Hochöfen gebraucht wurde.
Nominell nicht die ärmste Region, ist das Schiltal dennoch Rumäniens sozial-ökonomische Problemzone Nummer eins. Offiziell sind 34 Prozent der Beschäftigungsfähigen arbeitslos. Ein Drittel der 160.000 Einwohner lebt unter der Armutsgrenze. Insgesamt 16.000 Haushalte sind wegen nicht bezahlter Rechnungen von der öffentlichen Stromversorgung abgekoppelt.
Die EU finanzierte neben einem Pilotprojekt 1998 zur Förderung von Klein- und mitttelständischen Unternehmen das Marr-Programm, den Fonds für den Wiederaufbau der Bergbauregion, bei dem vor allem die Lokalbehörden im Schiltal Geld bekamen, sowie Programme zum Umweltschutz, zum Wiederaufbau des Kanalisations- und Wasserversorgungsnetzes und zur Unterstützung von bedürftigen Kindern. KV
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