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boulevard der bestenKnutLöbe

Wenn man Knut Löbe nach seiner Kindheit und Jugend fragt, landet man in einer Weberei, in einem Lakritzgeschäft und in einem Plattenladen. In der Weberei hat er mit seinen Eltern gewohnt, im Lübecker Stadttor. Die Mutter war Weberin, der Sohn musste helfen und die „Kette bäumen“.

In das Lakritzgeschäft fuhr er mit seinem Vater, um den guten Stoff, das besonders schmackhafte Lakritz, aus Skandinavien zu bekommen. Das stadtbekannte Lübecker Marzipan war noch nie so seins. Auch der Plattenladen wurde ein wichtiger Ort, Knut sammelte CDs, später kamen Schallplatten dazu. Wenn er nach guter Musik gefragt wird, nennt er sofort King Krule und Arthur Verocai.

Irgendwann war die Marzipanstadt aber zu klein und Nordamerika versprach Aufregung und Weite. Nach dem Abi führte der Weg also von Los Angeles bis nach Kanada, teilweise im Greyhound-Bus, teilweise trampend, in einem „Anflug von jugendlichem Leichtsinn“, wie es Knut selbst beschreibt.

Schließlich ging es zurück nach Deutschland, Berlin wurde zur neuen Heimat. Es folgte ein Studium an der Freien Universität ohne konkreten Zukunftsplan: Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Sozial- und Kulturanthropologie. Das passte gut zu ihm, der gerne allein die Stadt erkundet, um „rumzutrödeln, rumzuspazieren und einfach zu gucken, was auf mich zukommt“.

Auf ihn zu kamen dann zahlreiche Jobs in der Gastronomie und einer in einer Medienagentur. Dort macht er erste Erfahrungen mit dem werberischen Schreiben und merkte, dass ihm das Spaß macht.

Eine ständige Begleiterin auf all diesen Sta­tio­nen war die taz. Eine Tante hatte ihm ein Abo geschenkt und schickte immer wieder besonders lesenswerte Artikel per Post. Gemeinsam besuchten sie auch den taz-lab-Kongress, die Tante kam angereist und übernachtete beim Neffen auf der WG-Couch. Als Knut die Jobausschreibung der taz-Anzeigenabteilung sah, bewarb er sich sofort. Seit August 2026 ist er hier und akquiriert Anzeigenkund*innen.

Auf die Frage, wie er die taz erlebt, sagt Knut, die Kol­le­g*in­nen seien „locker und lustig“ und er fühle sich auf Anhieb wohl. Wie schön, dass ihn seine Offenheit und Neugierde hierhin verschlagen haben. Vincent Bruckmann-Levinson