plakativ (1): Zusammengefaltet und hängen gelassen
Seitdem sich Wilhelmsburg Ralf Neubauers angenommen hat, ist sein Wahlplakat immerhin so etwas wie Kunst. Ein Format, bei dem man als Vorbeigehende stutzt, eines, das man im umkämpften Straßenraum nicht gewöhnt ist: Ein Mann, so breit wie hoch, auf viel Stirn und doppeltes Kinn reduziert, und doch um keinen Inhalt beraubt.
Dass der zusammengefaltete SPD-Kandidat dafür ist, den Vollhöfner Wald zu erhalten oder die Taktung der Elbfähren in seinem Wahlkreis 2 zu erhöhen, steht ohnehin nicht auf dem Plakat. Mit eben jenem hat die SPD ihrem 38-jährigen Spitzenkandidaten im Hamburger Süden keinen Gefallen getan. Gelblich-kränklich wirkt seine Haut vor dem eher bräunlichen als SPD-roten Hintergrund. Ein schlechter Druck? Egal, Wilhelmsburg arbeitet mit jeglichem Ausgangsmaterial: Aufmerksame Passant*innen haben Neubauer auch einen Aufkleber mit dem Ausspruch „Right to stay for everyone“ auf die Stirn geschenkt. Andrea Maestro
Wahlplakate sind eigentlich zum Vorbeilaufen gedacht. Für diese Serie sind wir stehen geblieben und haben bei manchen zweimal hinge schaut.
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