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Wo sich Carneval mit „C“ schreibt

Im niedersächsischen Damme fällt die Bundestagswahl ausgerechnet auf die größte Party des Jahres

Von Martin von den Driesch (Text und Fotos)

Sonntagmorgen, 10:15 Uhr, absolute Ruhe und ein milder Nebel liegen über Damme, einer Kleinstadt im niedersächsischen Landkreis Vechta. Hier, in der Bauernschaft Rüschendorf, liegt zudem der typische Geruch von Gülle in der Luft. Heute geht es hier aber um mehr als um Duftnoten. Im Wahllokal 10 deutet es sich an: In Damme wird erst gewählt, dann verkleidet.

Noch ist kaum zu glauben, dass hier in wenigen Stunden die „närrische Hölle“ ausbrechen soll.

Als Elon Musk seinen „Olaf ist ein Narr“-Tweet absetzte, konnte er da ahnen, dass er damit ein bisschen recht behalten sollte? Zumindest, wenn man die Dammerinnen und Dammer fragt. Denn von ihnen finden nicht wenige, dass nur ein Narr die Bundestagswahl auf die größte Party des Jahres, den Dammer Carneval, legen konnte.

Carneval wird hier übrigens mit „C“ geschrieben. Damit ist auch schon gesagt, aus welcher Richtung traditionell der politische Wind weht.

Und was Musks Chef Donald Trump per Erlass kann – nämlich einfach mal den Golf von Mexiko umbenennen –, darüber wird in Damme nur müde gelächelt: Per Sonderbefugnis darf der Carnevalsprinz, in diesem Jahr Markus I., die Narrenhochburg in „Dammensia“ umbenennen. Zumindest bis zum Aschermittwoch.

Dinosaurier Christopher (37) bringt es im Wahllokal 2 auf den Punkt: „Wahlen, Carneval und mein Geburtstag – alles an einem Tag: Wie soll ich das nur durchhalten?“

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