Wer bei der WM alles fehlt: Schmerzlich vermisst
In Nordamerika startet die größte Fußball-WM. Und doch fehlen Italien, Georgiens Ausnahmespieler Kwarazchelia oder Nigerias Stürmerstar Osimhen.
Nie war es leichter, sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Oder umgekehrt gesagt: Nie war es schwieriger, an der Qualifikation zu scheitern. Das liegt an der Aufblähung des Turniers auf 48 Mannschaften. Einige haben es aber dennoch geschafft. So werden auch in diesem Jahr prominente Nationen und große Namen beim Turnier in Nordamerika fehlen.
Das Scheitern der italienischen Nationalmannschaft ist natürlich die größte Überraschung – oder vielleicht einfach die konsequenteste Boykottaktion der Fußballgeschichte. Seit Gianni Infantino 2016 FIFA-Präsident wurde und die WM-Turniere zwielichtigen Gastgebern wie Russland (2018), Katar (2022) oder eben den USA zugesprochen wurden, glänzte die Squadra Azzurra durch Abwesenheit. Dieses Mal ließen die Italiener im entscheidenden Spiel Bosnien und Herzegowina im Elfmeterschießen den Vortritt.
Auch andere bekannte Gesichter werden in Nordamerika fehlen. Ungarn um Liverpool-Star Dominik Szoboszlai schaffte es in der Qualifikationsgruppe nicht, sich gegen Portugal und Irland durchzusetzen. Robert Lewandowski und Polen scheiterten in den Play-offs an Schweden. Und mit Chwitscha Kwarazchelia, frisch gebackener Champions-League-Sieger von Paris Saint-Germain und bester Spieler der vergangenen Königsklassensaison, wird einer der ganz Großen nicht dabei sein. Mit Georgien scheiterte der Flügelspieler in der Qualifikation an Spanien und der Türkei. Die dänische Nationalmannschaft verlor in den Play-offs gegen Tschechien und verpasst damit erstmals seit 2014 wieder eine WM-Endrunde.
Überraschenderweise fehlen auch die afrikanischen Teams aus Kamerun und Nigeria. Für Nigeria um Stürmerstar Victor Osimhen ist es nach 2022 bereits die zweite verpasste Weltmeisterschaft in Serie. Sowohl die Super Eagles als auch die unzähmbaren Löwen aus Kamerun scheiterten im afrikanischen Play-off-Turnier an der DR Kongo, die sich dadurch erstmals seit 1974 wieder für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte.
Brasilianisches Verletzungspech
Neben den sportlich Gescheiterten gibt es auch einige verletzungsbedingte Ausfälle. Besonders der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann wird Serge Gnabry (Adduktorenverletzung) schmerzlich vermissen, beim FC Bayern zeigte sich der 30-jährige Stürmer diese Saison in prächtiger Verfassung.
Frankreich muss auf Hugo Ekitiké verzichten. Die Achillessehne des Stürmers vom FC Liverpool hielt den Belastungen nicht stand. Beim Niederländer Xavi Simons von den Tottenham Hotspurs machte das Knie zu große Probleme.
Besonders hart trifft es Brasilien: Mit Rodrygo und Éder Militão fehlen gleich zwei Stars von Real Madrid. Während Rodrygo einen Kreuzbandriss erlitt, muss sich Militão einer Oberschenkeloperation unterziehen. Zwar steht Trainer Carlo Ancelotti ein gewohnt üppiger Pool an hochbegabten Spielern zur Verfügung, aber just die beiden sind nur schwer zu ersetzen.
Kurzfristig erwischte es außerdem Österreichs vielleicht wertvollsten Spieler Christoph Baumgartner. Knapp zwei Wochen vor dem ersten Gruppenspiel musste der Mittelfeldspieler seine WM-Teilnahme absagen. Gereist ist er dennoch in die USA. Im österreichischen Trainingscamp hat er nach seiner Oberschenkelverletzung mit seiner Reha begonnen.
Der deutsche Youngster Lennart Karl, 18, hingegen reiste sofort nach Hause, als er sich beim DFB-Training in Chicago einen Muskelbündelriss zuzog. „Er hat kurz gebraucht, dann sind leider die Tränen geflossen“, berichtete Nagelsmann vom entscheidenden tragischen Moment. Karls Ausfall wurde nach seinem beeindruckenden Testspielauftritt gegen Finnland betrauert, als wäre dem Team eine zentrale Stütze genommen worden. Mit dem Anpfiff bei der WM wird das schnell vergessen sein.
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