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Wenn Eltern Kinder kriegen

■ Bremens Kliniken entdecken die Familie: Mit Elternschulen und neuen Stationen setzen sie auf die „familienorientierte“ Geburt / Bremer Ratgeber präsentiert Angebot

Die gebärende Frau als „Patientin“, am Wehentropf liegend allein im gekachelten Raum: Diese Szenerie gehört in immer mehr Bremer Krankenhäusern längst der Vergangenheit an. Denn die Ansprüche der Frauen sind gestiegen, berichtet Hebamme Rita Ohlsen-Scheller vom Diako-Krankenhaus. Und die Kliniken haben darauf reagiert: Viele bauten ihre Geburtshilfe-Stationen längst komplett um: Statt karg-weißer Kreißsäle gibt es runde Kreißbetten und Gebärhocker – und Mütter und werdende Väter werden gemeinsam umbuhlt mit bunten Werbebroschüren und Kursangeboten rund um die Geburt.

Denn immerhin gilt es, die Geburtenzahlen der Klinik konstant zu halten – und sich deshalb dem Gebot der Stunde anzupassen. Das Diako-Krankenhaus zum Beispiel startete 1995 als erste Klinik in die neue frauen- und familienorientierte Zukunft – und löste mit ihrem neugegründeten „Elterngarten“ auf dem Klinikgelände eine bremenweite Bewegung aus: Viele Krankenhäuser zogen nach – und bieten nun in Form von „Elternschulen“ ein umfangreiches Kursangebot an.

Das Neue dabei: Das Angebot richtet sich an die ganze Familie – und setzt nicht wie früher auf alleinige Geburtsvorbereitung für die Frau. „Früher haben wir in einem kleinen Kellerraum Vorbereitungskurse allein für Frauen angeboten“, erinnert sich Hebamme Rita Ohlsen-Scheller vom Diako-Krankenhaus. Höchst „unzufrieden“ waren die Klinik-Hebammen damit irgendwann – und machten sich beim Klinikchef und Oberarzt für richtige Kursräume und ein neues größeres Angebot stark.

Mittlerweile ist aus der Initiative ein „Elterngarten“ geworden – mit neuen Räumen auf dem Klinikgelände und acht Hebammen und Kinderkrankenschwestern, die den Elterngarten als eigenständigen Verein managen. Das Angebot bietet fast alles Wünschenswerte für Eltern: Von normaler Geburtsvorbereitung über Schwangerenschwimmen bis zu Fitness-Kursen für Mütter oder aber Baby-Massagen und Beckenboden-Gymnastik.

Und andere ziehen nach: Das St. Joseph-Stift richtete auch eine Elternschule ein, bietet Säulingspflegekurse an – und Informationsabende mit Kreißsaalführung. Dasselbe Engagement zeigte auch das Krankenhaus Links der Weser: Auch dort gibt es mittlerweile eine Elternschule mit Stillberatung, Rückbildungsgymnastik und Geburtsvorbereitungskursen. „Familienorientiert“ und „freundlich“ – so preisen sich die Kliniken im neuen Ratgeber „Schwanger in Bremen und Bremerhaven“ von der Gleichstellungsstelle den werdenden Müttern und Vätern an.

„Gott sei Dank“, sagt Hebamme Rita Ohlsen-Scheller zu dieser Entwicklung, „früher hat die Frau viel an Verantwortung abgegeben. Aber jetzt will sie mehr – nämlich die selbstbestimmte Geburt“, die eingebunden ist in die ganze Familie. Und an diesem Wunsch komme über kurz oder lang „keine Klinik mehr vorbei.“ kat

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