Was fehlt…: … Jan Böhmermann bei Erdogan
Sollte Bundespräsident Steinmeier tatsächlich Jan Böhmermann zum Staatsbankett mit dem türkischen Präsidenten Erdogan eingeladen haben? Den Satiriker, der mit einem „Schmäh-Gedicht“ gegen den Gast für Schlagzeilen gesorgt hatte? Es scheint jedenfalls so. Auf seinem Twitter-Account veröffentlichte Böhmermann mehrere Posts und Fotos, die das suggerieren. Eine Einladung „Der Bundespräsident bittet Herrn Jan Böhmermann…“, die Planung seines Outfits, einen Ablaufplan. Dazu schrieb er: „Drei Fragen: 1. Ist das eine angemessene Anzug-Schuh-Kombination? 2. Krawatte oder nicht? 3. Wann darf man als normaler Gast bei solchen offiziellen Anlässen eine Rede halten und wie lang darf die maximal sein?“ Böhmermann bei Erdogan also.
Oder auch nicht. Die Nachrichtenseite T-Online hat nachgefragt. Und das Bundespräsidialamt teilte ihr auf Anfrage mit: „Herr Böhmermann ist nicht zum Staatsbankett eingeladen.“ Es wird also nichts mit der kritischen Rede des Satirikers für Erdogan. Gleichzeitig lüftete die Nachrichtenseite aber auch das Geheimnis um die so echt wirkende Einladung: Sie ist echt. Allerdings wohl für eine Diskussionsveranstaltung, dem „Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie“, am 4. Oktober. (taz)
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert