Waldbrände in Italien: Von Entwarnung keine Rede

Noch immer wüten Waldbrände in Süditalien. Besonders betroffen sind Kalabrien und Sizilien. Die Polizei hat einige Brandstifter festgenommen.

Strandansicht mit verkohlten Sonnenschirmen und Liegen, im Hintergrund offenes Feuer

Das Feuer verwüstete Ende Juli den Capannine-Strand in Catania auf Sizilien Foto: Roberto Viglianisi/reuters

ROM taz | Weiterhin suchen Wald- und Buschbrände weite Teile Süditaliens heim. Am Wochenende traf es zum Beispiel Campomarino Lido, einen kleinen Badeort in der an der Adriaküste gelegenen Region Molise, wo es schon eine Woche zuvor gebrannt hatte. Dort drangen die Flammen bis an den Ortsrand vor, 500 Einwohner_innen mussten evakuiert werden.

Höchst kritisch ist die Lage auch in Kalabrien, der südlichsten Region Festlanditaliens. Dort wüten seit Tagen große Brände im Bergmassiv des Aspromonte, die bisher schon hunderte Hektar Waldbestand des Nationalparks vernichtet haben. Und es besteht weiterhin das Risiko, dass die Brände auch die „Foreste Vetuste“, die „Alten Wälder“ erreichen. Erst vor einem Monat wurden die Wälder mit ihren uralten Buchen ins Unesco-Welterbe aufgenommen, jetzt drohen sie von den Feuern vernichtet zu werden.

In Kalabrien auch gab es die ersten Todesopfer: Ein junger Mann und seine Tante starben an einer Rauchvergiftung, wahrscheinlich als sie versuchten, den Olivenhain der Familie gegen die Flammen zu schützen.

Auch in Sizilien konnte bisher keine Entwarnung gegeben werden. Zwar gelang es, diverse Brände zu löschen, doch zugleich brachen immer wieder neue Feuer aus. Auch hier ist mit den Monti Nebrodi im Osten der Insel ein Nationalpark betroffen. Der Präsident Siziliens hat angesichts der großen Schäden für die nächsten sechs Monate den Notstand ausgerufen.

Mit Brandstiftung Weideland gewinnen

Der nationale Zivilschutz befürchtet, dass sich in den nächsten Tagen die Lage erneut zuspitzen könnte, da eine weitere Hitzewelle mit bis zu 40 Grad Tageshöchsttemperaturen angekündigt ist – im Binnenland von Sizilien und Sardinien sogar 45 Grad. Vom 15. Juni bis zum 8. August zählte die Feuerwehr in Italien mehr als 44.000 Einsätze bei Waldbränden und damit deutlich mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, als sie auf 26.000 Einsätze kam.

In einzelnen Fällen gelang es der Polizei, Täter dingfest zu machen. Auf Sizilien etwa wurden zwei Männer festgenommen, die schon ein Feuer gelegt hatten und mit Kanistern mit Brandbeschleunigern unterwegs waren. Sie wollten offenbar mit den Bränden Weideland gewinnen.

Angezeigt wurden jedoch auch diverse Personen, die aus Fahrlässigkeit Brände verursacht hatten. Einer wollte zum Beispiel in der Toskana Abfälle auf einer Baustelle verbrennen – und verursachte ein Großfeuer, das am Ende 133 Hektar Wald und Felder zerstörte.

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