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Vorwurf des saudischen AußenministersMitschuld der Palästinenser

Die Spaltung der Palästinenser sei mit ein Grund für die Eskalation des Konflikts, sagte der saudische Außenminister Al-Faisal. Die Arabische Liga hat sich in Kairo zu einem Krisengipfel zusammengefunden.

KAIRO reuters/ dpa Auf dem Krisentreffen der Arabischen Liga hat Saudi-Arabien den Palästinensern eine Mitschuld an den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen vorgeworfen. Die Spaltung zwischen der radikalislamischen Hamas und der gemäßigten Fatah habe die israelischen Angriffe erst möglich gemacht. "Dieses schreckliche Massaker wäre nicht passiert, wenn das palästinensische Volk vereinigt hinter einer Führung gestanden hätte", sagte der saudische Außenminister Saud Al-Faisal am Mittwoch in Kairo.

Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, rief die Palästinenser zur Versöhnung auf. Im Mittelpunkt des Treffens steht ein ägyptischer Vorschlag für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas.

Mussa warf Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Untätigkeit vor. "Du bist doch der Präsident aller Palästinenser, tue endlich etwas!", forderte er ihn auf. Einige arabische Kommentatoren werfen Abbas vor, er setze sich nicht aktiv für ein Ende der Angriffe ein, weil er hoffe, dass Israels Militär die radikal-islamische Hamas so weit schwächen wird, dass seine Fatah-Bewegung anschließend wieder die Kontrolle im Gazastreifen übernehmen kann. Der israelischen Regierung warf Mussa vor, sie habe ihre Offensive im Gazastreifen nur begonnen, um ihre Chancen bei den bevorstehenden Wahlen zu verbessern.

Indirekt kritisierte Mussa auch die Hamas. Widerstand gegen eine Besatzung sei legitim, müsse aber verantwortungsvoll bleiben. Die Hamas hatte trotz dringender Warnungen Mubaraks die im vergangenen Juni beschlossene Waffenruhe aufgekündigt.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad rief das Gremium zu einem schnellen Eingreifen auf. Die Palästinenser im Gazastreifen seien "unterdrückte Araber". Die Arabische Liga sollte daher schnell konkrete Schritte zur Unterstützung der Bevölkerung im Gazastreifen beschließen.

Die arabischen Staaten sind in der Frage gespalten, inwieweit sie sich von der Hamas distanzieren sollen oder nicht. Der Iran gilt als finanzieller Unterstützer der Gruppe. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, plädierte dafür, die israelischen Angriffe vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen.

Seit dem Beginn der Luftangriffe von Israel auf den Gazastreifen am Samstag sind nach Krankenhausangaben 385 Palästinenser getötet und mehr als 800 verletzt worden.

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4 Kommentare

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  • R
    rubin

    "Unverhältnismäßigkeit" in der Tat, wobei ich mich allerdings frage, was verhältnismäßig wäre? Ebenfalls Kassamraketen zu entwickeln, dazu Grad-Raketen aus China liefern lassen, den Sprengstoff mit Bolzen, Nägel und Schrauben untermischen, und dann über die Grenze schmeissen und hoffen, dass sie einfach irgendeinen trifft? Oder die israelischen Soldate dazu bewegen,sich hinter der Zivilbevölkerung im Süden Israels zu verstecken, damit die Hamas endlich auch irgendwelche militärischen Ziele trifft?

  • R
    rubin

    Sollte man aber bei den Opferangaben doch nicht Zivilisten von den Hamas-Kämpfern unterscheiden? Reuters sowie Associated Press tuen das und so sieht es ja auch ganz anders aus. Frage an die Redaktion.

  • V
    vic

    Amr Mussa hat recht. Keiner trägt die Schuld allein.

    Dass Hamas nicht folgenlos auf Israel schießen darf war klar. Ebenfalls die Reaktion darauf.

    Zu beklagen ist jedoch die Unverhältnismäßigkeit der israelischen Gewalt. Das ist eindeutig Baraks Krieg auf den er sich schon sehr lange freut.

    Vielleicht wäre besser gewesen, die nun ratlose internationale Gemeinschaft hätte den demokratisch zustande gekommenen Wahlsieg der Hamas akzeptiert. Schließlich ist Israels Regierung nicht minder agressiv, und wird trotzdem akzeptiert und unterstützt.

  • S
    spital8katz

    Ja, darf der Herr so etwas überhaupt sagen?

     

    Wo doch jeder weiß, daß die Juden und die Amis schuld sind?