Vorübergehende Pause wegen Corona: Flixbus stellt Busgeschäft ein

Corona zwingt auch die Fernbusse in die Pause. Selbst der Marktführer Flixbus stellt sein Angebot vorübergehend ein. Es gibt kaum noch Alternativen.

Ein grüner Flixbus fährt auf regennasser Autobahn

Auch der Marktführer Flixbus leidet unter der Coronapandemie Foto: Frank Röder/Westend61/imago

MÜNCHEN taz |/AFP | Der Fernbusanbieter Flixbus stellt wegen der Coronapandemie sein Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab November vorübergehend ein. Auch Flixtrain werde ab dem 3. November nicht mehr fahren, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Damit reagiere das Unternehmen auf den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz, Reiseaktivitäten einzuschränken, um dabei zu helfen, einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus bestmöglich entgegenzuwirken, teilte das Unternehmen mit.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, erklärte Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein. „Schließlich sind unsere Verkehrsträger auch in Zeiten von Corona zwei der sichersten Verkehrsmittel überhaupt.“

Bund und Länder hatten am Mittwoch einen weitgehenden Lockdown beschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderregierungschefs riefen dabei auch dazu auf, auf private Reisen und Verwandtenbesuche zu verzichten.

Kaum noch Fernbus-Angebote

Vor gut zwei Wochen hatte bereits das Fernbus-Unternehmen Blablabus seine Fahrten in Deutschland eingestellt – ebenfalls vorübergehend, voraussichtlich bis zum Frühjahr. „Die globale Pandemie hat unsere Blablabus-Expansionspläne vorerst um ein paar Monate verschoben“, sagte damals Geschäftsführer Christian Rahn. Langfristig sei es aber weiterhin Ziel, auch das Fernbus-Angebot in Deutschland auszubauen.

Blablabus gehört zum französischen Unternehmen Comuto, das in Deutschland vor allem für die Mitfahr-App Blablacar bekannt ist. Allerdings werde die Mitfahrzentrale Blablacar deutlich häufiger nachgefragt. „Daher ist es sinnvoll, sich auf die aktuelle Ausnahmesituation einzustellen und sich verstärkt auf das bevorzugte Angebot zu konzentrieren“, erklärte Rahn. Der Mitfahrdienst werde weiter zur Verfügung stehen.

Corona zwingt den Marktführer in die Knie

Seit der Liberalisierung des Marktes 2013 sind die Fernbusse für viele Reisende eine echte Alternative zum Zug, weil die Tickets weitaus billiger und auch entlegene Ziele mit ihnen gut erreichbar sind. Nach anfänglichem harten Konkurrenzkampf, in dem auch die Deutsche Bahn mit eigenen Bussen erfolglos mitzumischen versucht hat, beherrschen heute die quitschgrünen Busse des Münchener Start-ups FlixMobility mit einem Anteil von schätzungsweise 90 Prozent den Markt.

Damit ist Flixbus nicht nur mit Abstand Marktführer, sondern fast Monopolist. Fast alle anderen Wettbewerber wurden verdrängt oder wie die Busse der Deutschen Post übernommen. Es gibt kaum noch andere Angebote. Denn auch die Deutsche Bahn AG gibt ihre IC Fernbusse zum Jahresende komplett auf. Schon zuvor waren zahlreiche Linien eingestellt worden. Nun wird offensichtlich, dass selbst der Marktführer unter dem Nachfrageschwund wegen der Pandemie leidet.

Zum Weihnachtsfest Betrieb wieder aufnehmen

„Es ist entscheidend, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen, damit sich die Lage bis zu den Festtagen entspannt. Das gilt allgemein für jeden Einzelnen, aber natürlich auch für alle Mobilitätsanbieter“, erklärte Schwämmlein. Schon im Frühjahr hatte der Fernbusanbieter sein Geschäft wegen der Coronapandemie vorübergehend ausgesetzt.

Wenn es die Situation erlaube, werde FlixBus den Betrieb bis zu den Feiertagen wieder aufnehmen, um Menschen die Heimreise zu ihren Familien zu ermöglichen. Auch FlixTrain wolle, sobald es möglich und sinnvoll ist, wieder fahren, heißt es in einer Pressemitteilung.

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