Versorgung mit Ärzten und Therapeuten: Berlin Spitze, Brandenburg Schlusslicht
Immer mehr Praxen werden in Deutschland geöffnet. Doch auch der Trend zur Teilzeit nimmt zu. In Berlin und Brandenburg gibt es viele Ärztinnen.
dpa | In fast keinem anderen Bundesland ist die Dichte an Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeuten so gut wie in Berlin. Auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen rund 303 Vertreter dieser Berufsgruppen. Das zeigen Daten des Bundesarztregisters mit Stand 31. Dezember 2025, die der dpa vorliegen. Höher als in Berlin ist der Anteil nur in Hamburg mit einer Dichte von rund 315.
Insgesamt ist die Zahl der Ärzte und Therapeuten bundesweit gestiegen. Ende vergangenen Jahres waren 191.875 Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung in Deutschland tätig. Das waren 2.324 mehr als Ende 2024.
Allerdings sind da auch diejenigen mitgezählt, die in Teilzeit arbeiten. Voll arbeiten nun 98.447 Ärztinnen und Ärzte, das sind zwölf Prozent weniger als vor zehn Jahren. Reduzierte Stundenzahlen haben dagegen 45.795, und das sind deutliche 135 Prozent mehr als 2015. Unter den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten dominiert der Teilzeitanteil schon länger und wächst weiter.
Der Trend führt dazu, dass die Zahl der Medizinerinnen und Mediziner stärker steigt als die Behandlungskapazität. Denn einen vollen Arztsitz zur Versorgung gesetzlich Versicherter können sich zum Beispiel auch zwei Ärztinnen teilen.
KBV-Chef Andreas Gassen
„Die zur Verfügung stehende Arztzeit bleibt begrenzt“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Viele junge Ärztinnen und Ärzte tendierten auch zu einer Anstellung statt zur eigenen Praxis. „Diese Entwicklung muss ernst genommen werden“, mahnte Gassen. Denn ohne die Praxen laufe in der Gesundheitsversorgung so gut wie nichts. Die Politik müsse daher für attraktive Bedingungen sorgen.
Höherer Anteil an Ärztinnen
Beim Versorgungsangebot vor Ort gibt es weiterhin regionale Unterschiede. Während Berlin und Hamburg ganz vorne liegen, bildet Brandenburg das Schlusslicht. Auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen in dem Flächenland rund 200 Ärztinnen und Ärzte.
Allerdings ist der Anteil der weiblichen Ärzte in Brandenburg hoch. Er liegt bei 59 Prozent. Höher ist er nur noch in Berlin mit 60 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil an Ärztinnen und Psychotherapeutinnen im Saarland (47,5 Prozent).
Vergleichsweise hoch in Berlin ist auch der Anteil der über 65-jährigen Ärzte. Den Daten zufolge beträgt er knapp 16 Prozent. Höher liegt er nur im Saarland mit rund 18 Prozent.
Und wie sieht es in den einzelnen Fachrichtungen aus? Die Hausarztdichte in Berlin liegt bei rund 72 Ärzten pro 100.000 Einwohnern. Bei Frauenärzten sind es etwa 20, bei Kinderärzten 11 und bei Hautärzten 6. Psychologische Psychotherapeuten gibt es rund 82 pro 100.000 Einwohner. Bei Augenärzten sind es rund 10, bei HNO-Ärzten knapp 8.
In Brandenburg liegt die Hausarztdichte bei rund 66 Ärztinnen und Ärzten pro 100.000 Einwohnern. Bei Frauenärzten sind es etwa 11, bei Kinderärzten 9 und bei Hautärzten 3. Psychologische Psychotherapeuten gibt es rund 30 pro 100.000 Einwohner. Bei Augenärzten sind es rund 8, bei HNO-Ärzten knapp 5.
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