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Versehentlich getwittert

RWE entschuldigt sich bei der taz für die Veröffentlichung einer Rechercheanfrage. Journalistenverband nennt RWE „unprofessionell“

Gerade wenn es um Hassposts geht, sollte man Anfragen nicht mit Dummposts beantworten.

Frank Überall DJV-Vorsitzender

Der Energiekonzern RWE hat sich bei der taz für das ­Ver­öffentlichen einer an das Unternehmen gerichteten Re­chercheanfrage entschuldigt. Die Presse­stelle von RWE hatte am Mittwoch schon auf Twitter gepostet, die taz recherchiere zu Hasspostings von RWE-Mitarbeitern. „Hier – offen & transparent – die @tazgezwitscher-Anfrage und unsere Stellungnahme“, heißt es in dem Tweet, der den kompletten Fragenkatalog des taz-Mitarbeiters Bernd Müllender enthielt – mitsamt der Antworten. Nach einer Welle der Kritik an dieser Veröffentlichung folgte dann am Donnerstag, ebenfalls auf Twitter, die Entschuldigung: „Wir haben einen Fehler gemacht, das tut uns leid.“

„Gerade wenn es um Hassposts geht, sollte man Anfragen nicht mit Dummposts beantworten“, sagte der ­Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Frank Überall, zu dem Vorgang. Das Verhalten des Unternehmens sei schlicht und ergreifend unprofessionell und entspreche nicht den Branchenstandards. Es sei zu hoffen, dass das ein einmaliger Vorgang bleibe.

Die RWE-Pressestelle teilte auf Anfrage mit, der Tweet sei versehentlich vor der geplanten taz-Berichterstattung veröffentlicht worden. „Wir bedauern diesen Fehler. Das haben wir auch der taz offiziell mitgeteilt. Es war nicht unsere Absicht, die Recherche zu behindern.“ Das Unternehmen wisse, dass eine Berichterstattung zum Thema Hassposts naturgemäß eine hohe Wahrnehmung erzeuge bei den eigenen Mitarbeitern und in den Facebook-Gruppen, um die es gehe. Daher habe RWE mit dem umstrittenen Tweet seine eindeutige Haltung darlegen wollen – „nach Erscheinen des Artikels“. (taz, dpa)

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