Vernichtung von Atomwaffen: Moskau bremst nukleare Abrüstung
Die USA stellten Russland Milliarden Dollar für die atomare Abrüstung zur Verfügung. Die Bedingungen zur Verlängerung des Programmes gefallen Moskau nicht.
MOSKAU dapd | Russlands will ein 20 Jahre altes Abrüstungsabkommen mit den USA nicht automatisch verlängern. Das sogenannte „Nunn-Lugar-Programm“ zur Vernichtung von Kampfstoffen werde nach seinem Ablaufen im kommenden Jahr ohne umfassende Überarbeitung nicht fortgesetzt, teilte das russische Außenministerium am Mittwoch mit.
Das Programm sollte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dafür sorgen, dass russische Nuklearwaffen nicht in falsche Hände fallen konnten. Die USA stellten Milliarden Dollar zur Verfügung, um Moskau dabei zu unterstützen, Atomsprengköpfe zu verschrotten und verbleibende Waffen sicher zu transportieren und zu lagern.
„Die amerikanischen Partner wissen, dass ihr Vorschlag nicht zu unseren Ideen darüber passt, welche Formen und Grundlagen wir brauchen, um die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln“, hieß es in einer Mitteilung des russischen Außenministeriums.
Washington hatte angeboten, das Abkommen zu verlängern. Zum 1. Oktober war die US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (USAID) nach zwei Jahrzehnten Kooperation aus Russland verwiesen worden, weil sie nach Moskauer Darstellung versucht haben soll, Wahlen zu beeinflussen.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert