Verletzte US-Skiikone bei Olympia: Was Lindsey Vonn alles wegsteckt, um ganz oben zu sein
Die US-Amerikanerin prägt schon jetzt die Olympischen Winterspiele. Die 41-Jährige tritt mit gerissenem Kreuzband und Knieprothese zur Abfahrt an. Als Favoritin.
Um Lindsey Vonn vorzustellen, braucht es nur wenige Zeilen. Zumindest sie selbst benötigt wenig Raum: „Olympiasiegerin, New-York-Times-Bestsellerautorin, Gründerin der Lindsey-Vonn-Stiftung, Unternehmerin, Investorin und Hundemama.“ Das ist ihre Kurzcharakterisierung auf Instagram.
In diesen Tagen ist die 41-jährige Amerikanerin vor allem dies: der Star der Olympischen Winterspiele. Das ist sie nicht nur wegen ihrer beeindruckenden Karriere – vor 19 Jahren gewann sie erstmals eine WM-Medaille. Das ist sie vor allem wegen täglich einlaufenden ärztlichen Bulletins. Vor wenigen Tagen verkündete die alpine Skifahrerin, sie laboriere nach einem Sturz an einem „vollständigen Riss“ des vorderen Kreuzbandes. Zudem habe sie Knochenprellungen erlitten und, wohl nicht ganz so wichtig, „zusätzlich eine Meniskusverletzung“.
Mit einem noch frischen Kreuzbandriss in Cortina d’Ampezzo die Abfahrtpiste hinunterzujagen, erscheint den meisten Beobachtern als mehr als nur riskant. Lindsey Vonn hingegen ist wild entschlossen, das an diesem Freitag, dem 6. Februar, zu riskieren. Warum sie so optimistisch ist? „Das Knie ist nicht geschwollen. Ich fühle mich besser als 2019 bei der WM, und da hatte ich keinen Kreuzbandriss.“ Na dann.
Lindsey Vonn
Vonns Sportkarriere ist nicht nur von Erfolgen geprägt, sondern beinah noch mehr von Verletzungen. Es dürfte kaum ein chirurgisches Krankheitsbild geben, das sie noch nicht in ihrer Sammlung hat. Als sie 2024 nach einem vorübergehend verkündeten Karriereende wieder zurückkam, startete sie mit einer Knieprothese. Warum sie das tut, verrät vielleicht der Titel ihres Buches, das sie erfolgreich vermarktet hat: „Strong is the new beautiful“, ein Fitnessratgeber. Und stark ist Lindsey Vonn wirklich.
Europäische Fans wundern sich oft, warum die Frau aus dem US-Bundesstaat Minnesota beinah perfekt Deutsch spricht. Das hat viel mit ihrem Standing im alpinen Skisport zu tun: Sie ist bei Red Bull unter Vertrag, und der österreichische Getränkekonzern mit einem Hang zum Extremsport vermarktet sie so konsequent im Alpenraum, dass Deutschunterricht ihre Karriere begleitet.
Wie Vonns sportliche Chancen beim alpinen Skilauf bei Olympia stehen, ist nicht zu prognostizieren. Bei ihrer letzten Abfahrt in Crans-Montana ist sie in den Fangzaun gerast und hat sich das Kreuzband gerissen. Weltklasseskifahrerin ist sie dennoch.
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