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Vergessene Ex-SenatorinKeine Schokolade für Ramona Pop

Fünf Jahre war Pop Wirtschaftssenatorin. Doch schon kurz nach ihrem Ausscheiden gilt sie in ihrer Verwaltung als unbekannt. So schnell kann's gehen.

Aus Berlin

Stefan Alberti

Ziemlich süße Weihnachtgrüße für Ramona Pop sollten es sein. Gar nicht mal nur, um den Abschied vom Senatorinnenamt zu versüßen. Immerhin schied die Grünen-Politikerin ja nicht nur aus der Landesregierung aus, sondern verabschiedete sich komplett aus der Landespolitik.

Darum ging noch vor Weihnachten, an ihrem letzten Diensttag am 21. Dezember, eine taz-Weihnachtskarte samt Schokolade in die Post, Richtung der seit Ende 2016 von ihr geführten Senatsverwaltung für Wirtschaft in der Martin-Luther-Straße 105 in Schöneberg. Bio hergestellt und fair gehandelt natürlich, mit 37 Prozent Kakao. Und auf der Verpackung stand auch noch passend zum Abschied „Choco4 Change“ – was allerdings ehrlicherweise eher Zufall war.

Diese Weihnachtsgrüße aber sind nun in die taz zurückgekommen. Neben dem Eingangsstempel der Wirtschaftsverwaltung vom 29. Dezember prangt ein weiterer auf dem Umschlag: „Empfänger nicht mehr im Haus tätig“. Schon klar, offiziell ist Pop a. D. Aber das kann man doch nachsenden, oder? Das wäre doch das Mindeste, nachdem dieser „Empfänger“ fünf Jahre das Haus geleitet hat.

Lag es am Parteibuchwechsel auf der Leitungsebene? Eher nicht: Die Wirtschaftsverwaltung ist zwar seit 21. Dezember SPD-geführt, aber Ramona Pop stand – anders als andere grüne Parteifreundinnen von ihr – ganz und gar nicht in dem Ruf, im Dauerclinch mit den Sozialdemokraten zu liegen.

Wieso also?

Wieder mal ein „Einzelfall“

In solchen Fällen empfiehlt es sich, zum Telefonhörer zu greifen und vor Ort anzu rufen, in Ramona Pops alter Senatsverwaltung also. Dort widerspricht der Pressesprecher Matthias Wulff nach schneller Nachfrage in der Poststelle jeglicher Verschwörungstheorie: Ein bedauerlicher Einzelfall müsse das gewesen sein, sagt er, „das war kein böser Wille“. Und ansonsten habe Ramona Pop ihre Weihnachtspost durchaus erreicht.

Das war ja schon mal gut zu hören, dass man da nicht eine Politikerin zur persona non grata erklärt hat, sobald sie gerade mal zur Tür raus ist. Das Problem mit der Weihnachtspost-Retouré löst das aber auch nicht. Die Karte mit den festlichen Wünschen hat sich inzwischen erledigt. Nur für die Tafel Schokolade, die nun bei der taz bereit liegt, da gibt es noch Hoffnung: Die ist nämlich weiter haltbar – laut Aufdruck bis Dezember 2022.

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