Umstrittene Kredite der Deutschen Bank: Geldfluss verseucht Wasser
NGOs werfen der Deutschen Bank vor, Umweltverschmutzung zu unterstützen. Leidtragende sind vor allem Kleinbauern.
taz | Vor der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank am 18. Mai fordern die Menschenrechtsorganisationen Misereor und Facing Finance die Bank auf, keine Kredite mehr an den Schweizer Bergbaukonzern Glencore zu vergeben. Dem Unternehmen werde in mehreren Ländern vorgeworfen, gegen soziale und ökologische Standards zu verstoßen, machen sie in einer neuen Studie deutlich. Die Deutsche Bank hat demnach Kredite in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für Glencore bereitgestellt.
Laut dem Bericht werden dem Rohstoffunternehmen zum Beispiel Korruption und Menschenrechtsverletzungen im Kongo vorgeworfen. In Peru soll Glencore schwermetallhaltiges Wasser auf das Weideland um die Kupfermine Tintaya nahe der Stadt Espinar gepumpt und dafür auch eine Strafe der peruanischen Umweltbehörde kassiert haben.
Die Verschmutzung vor allem des Wassers sorge für gesundheitliche Probleme bei den Bewohnern der Gegend, sagt Jaime Borda von der peruanischen Menschenrechtsorganisation Derechos Humanos sin Fronteras. In ihrem Blut sei Arsen, Blei und Kadmium nachweisbar. Sie klagten über Kopfschmerzen und Probleme mit den Nieren und dem Magen. „Vorher gab es diese Probleme nicht“, sagt Borda. Auch träten sie lediglich in den Gemeinden rund um die Mine auf – das seien Indikatoren dafür, dass die Bergbautätigkeiten ursächlich sind.
Die Deutsche Bank weist daraufhin, dass sie zu „Transaktionen in Kundenbeziehungen“ keine Auskunft geben dürfe. „Ich kann Ihnen allerdings versichern, dass wir die aufgenommene Kritik mit dem Unternehmen aktuell diskutieren“, gibt ein Sprecher an.
Noch mehr schmutzige Geschäfte
Gegenwind bekommt die Deutsche Bank aber noch von weiteren Nichtregierungsorganisationen. Der Menschenrechts- und Umweltschutzverein Urgewald unter anderem macht darauf aufmerksam, dass die Bank an der Spitze eines Finanzkonsortiums für zwei neue Kohlekraftwerke in Punta Catalina in der Dominikanischen Republik stehe. Die Aufträge dafür habe der brasilianische Konzern Odebrecht erhalten, der gerade in einen Schmiergeldskandal verwickelt ist.
Es dürfe hier kein Geld mehr fließen, sagt Regine Richter von Urgewald. „Hier kann die Deutsche Bank beweisen, wie wichtig ihr Gesetzestreue in den von ihr finanzierten Projekten ist.“
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