Umfragewerte zur Berlin-Wahl : Die Grünen und ihr K-Problem
Man könnte die Ergebnisse so zusammenfassen: Die SPD hat Klaus Wowereit, die Grünen haben - ihr Programm.
D ie SPD hat Klaus Wowereit, und die Grünen haben ihr Programm. So könnte man die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zusammenfassen. Schließlich hat der Regierende Bürgermeister im direkten Vergleich mit seiner Herausforderin noch einmal zugelegt - und liegt in der Gunst der Wähler weit vor seiner Partei. Die Grünen hingegen legen als Partei zu, während ihre Spitzenkandidatin weiter Federn lassen muss.Gut für Grün, schlecht für Künast. Das ist schon deshalb erstaunlich, weil nur der Hype um die ehemalige Verbraucherschutzministerin die Grünen überhaupt auf Siegeskurs gebracht hat. Doch dieser Hype ist längst anderen Themen gewichen. Zuletzt hat der Wahlsieg von Winfried Kretschmann in Stuttgart die grüne Seele auch in Berlin gestreichelt.
Auch das ist eine eher schlechte Nachricht für die grüne Spitzenkandidatin: Der Berliner Zuwachs nämlich liegt unter dem Bundestrend, wo die Grünen auf das gleiche Ergebnis kommen wie in Berlin. Die grüne Hochburg ist perdu. Haben die Grünen ein K-Problem?
Nicht unbedingt. Grüne Wähler mögen tatsächlich lieber Inhalte als Personen. Sonst hätte Wolfgang Wieland bei der letzten Bundestagswahl ein Direktmandat gewonnen. Hat er aber nicht, obwohl die Grünen in Mitte stärkste Partei waren.
Gut möglich, dass Renate Künast also doch noch Regierende Bürgermeisterin wird. Zur Not halt mit der CDU. Gut möglich aber auch, dass sie das nicht mehr so wichtig findet. Der jüngsten Umfrage auf Bundesebene zufolge könnte sie auch Bundeskanzlerin werden.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert