Ukrainische Gegenoffensive: Beobachter erwarten Kämpfe vor Kiew
Im Kiewer Vorort Irpin könnten ukrainische Kräfte einen Vorstoß wagen. Zwischen Polen und Russland kommt es zu einem diplomatischen Schlagabtausch.
Lokale Beobachter erwarten einen blutigen Kampf um die Kiewer Vororte Irpin und Gostomel. Fotos, die am Mittwoch beim Messengerdienst Telegram kursierten, zeigten, wie Flammen vom Himmel fielen. Laut dem Kanal Irpin-Life handelte es sich dabei um russische Phosphorangriffe auf die Zivilbevölkerung in der Region. Die Berichte lassen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Gleichzeitig gingen laut Irpin-Life die ukrainischen Truppen zu einem Gegenangriff über.
So gingen auch am 28. Tag des Angriffs Russlands auf die Ukraine die Kämpfe weiter. Eine Einwohnerin von Gostomel, Olga G., berichtete der taz von Plünderungen durch russische Truppen. Im Telegramkanal Suspilne ist zu lesen, russische Militärs hätten am Dienstag mit Bomben eine Brücke zerstört, die Tschernigow im Norden der Ukraine mit Kiew verbindet. Laut Gebietschef Wjatscheslaw Tschaus ist damit eine wichtige Route für Flüchtlinge gesperrt.
Nach Angaben der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft sind seit Kriegsbeginn 121 ukrainische Kinder ums Leben gekommen. Der ukrainische Generalstab zählte am Mittwoch knapp 16 000 getötete russische Soldaten. Auch dies lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
Der belarussische oppositionelle Telegramkanal Nexta berichtet unter Berufung auf eine Verlautbarung des belarussischen Geheimdienstes KGB, dass dieser ein Spionagenetz in der ukrainischen Botschaft in Minsk „liquidiert“ habe. Ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums erklärte darauf, die Mitarbeiter der ukrainischen Botschaft in Minsk seien „sicher und bei guter Gesundheit“. Man hoffe aber, dass Belarus nicht die „antiukrainische Hysterie“ anheizen wolle.
Unterdessen hat Polen 45 Mitarbeiter der russischen Botschaft in Warschau aufgefordert, das Land zu verlassen. Es handele sich bei ihnen um Spione. Russland kündigte eine „entsprechende Antwort“ an.
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