: US-Raketenabwehrsystem geht in Betrieb
Rumänien Kreml übt scharfe Kritik an Nato-Projekt: Die Sicherheit Russlands sei bedroht
ap | Trotz erbitterten Widerstands aus Russland ist der von den USA gebaute Raketenabwehrstützpunkt in Rumänien in Betrieb genommen worden. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg versicherte bei der Eröffnungszeremonie am Donnerstag einmal mehr, dass die Anlage nicht gegen Moskau gerichtet sei. „Die Nato-Raketenabwehr untergräbt oder schwächt Russlands nukleare Abschreckung in keiner Weise“, sagte er. Die USA hatten erklärt, die Anlage diene dazu, einen möglichen iranischen Raketenangriff auf Europa abzufangen.
Russland bekräftigte seine Kritik am Eindringen der Nato in seine frühere Einflusssphäre. „Die Stationierung von Raketenabwehrsystemen an sich ist eine Bedrohung für Russlands Sicherheit“, erklärte ein Kreml-Sprecher in Moskau.
Die USA hatten mit dem Bau der 800 Millionen Dollar (rund 700 Millionen Euro) teuren Anlage unter der Prämisse begonnen, einen möglichen iranischen Raketenangriff auf Europa abzuwehren. Auch nach dem Atomabkommen mit dem Iran richte sich das Abwehrsystem in Rumänien und ein zweites in Polen nach wie vor gegen Bedrohungen durch Kurz- und Mittelstreckenraketen von außerhalb des euroatlantischen Raums, sagte Stoltenberg.
Dass von dem Stützpunkt 180 Kilometer südwestlich der rumänischen Hauptstadt Bukarest auch russische Raketen abgefangen werden könnten, bestritt der Nato-Generalsekretär. „Es sind zu wenige Raketen, und sie befinden sich zu weit südlich oder zu nah an Russland, als dass sie russische Interkontinentalraketen abfangen könnten.“
Stoltenberg wies auch darauf hin, dass Russland von sich aus 2013 den Dialog über die Raketenabwehr beendet habe. Die Nato wolle hingegen alle Möglichkeiten zum Dialog offenhalten.
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