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„The Tenant“ von Roman PolańskiDas Grauen wohnt nebenan

Mieten wird immer mehr zum Horrorfilm. Roman Polański hat das verstanden. In „The Tenant“ wird ein Mieter in seiner eigenen Wohnung heimgesucht.

Stellen Sie sich vor, Sie mieten eine Wohnung in Paris. Was würde Sie am meisten gruseln? Wenn nachts laute Geräusche aus dem Hausflur tönen? Eine Nachbarin, die sich suizidiert hat? Oder Roman Polanski, der in die Wohnung gegenüber einzieht?

Kein Albtraumszenario, sondern bittere Wahrheit für die Hauptfiguren in „The Tenant“, einem Horrorfilm von 1976, bei dem Polański nicht nur Regie führte, sondern gleich noch die Hauptfigur, den zurückhaltenden Franco-Polen Trelkovsky, spielt.

Der will eine kleine möblierte Wohnung in Paris anmieten. Die französische Hauptstadt wirkt in „The Tenant“ gar nicht so französisch, da alle amerikanisches Englisch sprechen – selbst Cops und Clochards klingen wie Cowboys, was allein akustisch für eine unheimliche Atmosphäre sorgt.

mietenkampf

Die Mietenkrise ist existenziell. Wie ist es dazu gekommen? Warum drängen sich Studierende in Mehrbettzimmern, während Immobilien-Influencer Reichtum durch Mietrendite versprechen? Wie können sich Mietende wehren? Und was bedeutet der Erfolg von Deutsche Wohnen und Co. enteignen für die Berlin-Wahl am 20. September?

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Die Wohnung als Spukraum

Bei einer Besichtigung erfährt Trelkovsky jedenfalls, dass sich die Vormieterin aus dem Fenster gestürzt, den Sturz jedoch überlebt hat. Deswegen wird die Wohnung überhaupt frei. Simone Choule heißt die Frau, und er besucht sie bald im Krankenhaus. Sie stößt, wer kann es ihr verübeln, beim Anblick Polańskis einen verstörenden Schrei aus. Und stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus, was bedeutet, dass Trelkovsky einziehen kann.

Seltsame Dinge tragen sich bald bei ihm zu: Nachbarn beschweren sich über Geräusche aus seiner Wohnung, er findet einen Zahn in einem Loch in der Wand, und aus einem Raum auf der gegenüberliegenden Seite des Innenhofs wird er ständig beobachtet.

Auch wenn es ihm allein beim Anblick der Wohnung hätte klar sein müssen – sie ist verwinkelt, finster, staubig, alles knarzt, und jedes Dekorstück schreit: „Hier spukt es!“ – spätestens jetzt überdenkt Trelkovsky seinen Einzug.

Polański weiß, dass das Alltägliche, wie die eigene Wohnung, einen idealen Ausgangspunkt für das Horrorgenre darstellt: Gerade, weil Wohnungen keine fremden fantastischen Orte sind, ist die Vorstellung umso unmittelbarer, dass der Spuk im eigenen Zuhause einzieht.

Kein Refugium

Eine ganze Reihe, die sogenannte Apartment-Trilogy, widmet er dem Ort. In „Ekel“ (1965) verbarrikadiert sich eine junge Frau mit Wahnvorstellungen in ihrer Wohnung. In „Rosemary’s Baby“ (1968) sind es satanische Nachbarn, die die junge Mia Farrow in eine psychische Krise stürzen. Und in „The Tenant“?

Auch da ist die Wohnung kein Refugium. Mit jedem Augenblick, den Trelkovsky dort verbringt, scheint ihm die Wirklichkeit etwas mehr aus den Händen zu gleiten. Wer benutzt die Schminke, die Simone Choule dagelassen hatte? Wer hat ihr Kleid getragen, das noch im Schrank hing, als Trelkovsky eingezogen war? Und wen hatte er da in seiner Wohnung gesehen, als er selbst vom Zimmer gegenüber in seine Wohnung blickte?

der film

„The Tenant“

126 Min, zu leihen und kaufen

bei Prime Video oder Paramount+

Wem das nicht gruselig genug ist, der kann sich stattdessen näher mit dem Regisseur auseinandersetzen. Etwa durch den ausführlichen „Verfahren wegen Vergewaltigungen“-Teil seines Wikipedia-Beitrages scrollen und „The Girl“ von Samantha Geimer lesen. Oder entsetzlicher noch, nachsehen, wer 2009 die Petition unterzeichnete, die Polańskis Freilassung forderte, nachdem er in Zürich wegen eines seit 1978 ausstehenden Haftbefehls aus den USA verhaftet worden war.

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1 Kommentar

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  • Dreja

    Was will der Artikel sagen? Ratlos.