Terror in Afghanistan: Taliban töten 13 Reisende
In der Nordprovinz Kundus stoppen die Taliban Fahrzeuge und nehmen viele Geiseln. Diese Art der Razzia setzt sie regelmäßig zur Einschüchterung ein.
dpa | Die radikalislamischen Taliban haben in der umkämpften afghanischen Nordprovinz Kundus 13 Reisende getötet und mehr als 180 als Geiseln genommen. Das sagte der Sprecher des Gouverneurspalastes, Hamdullah Danisch, am Dienstag. Rund 150 Geiseln seien aber schon wieder freigelassen worden. 35 seien noch in Händen der Islamisten. Polizeisprecher Hidschratullah Akbari sprach von 20 Menschen, die noch im von Taliban regierten Bezirk Tschardara festgehalten würden.
Die Taliban hätten die Fahrzeuge am frühen Morgen gegen 3.30 Uhr (Ortszeit) auf der Autobahn zwischen Kundus und Kabul gestoppt. Sie seien auf dem Weg in die Provinzen Kundus, Tachar und Badachschan gewesen. An Bord hätten sich ausschließlich Zivilisten befunden.
Die Aufständischen stoppen seit Monaten regelmäßig Fahrzeuge in vielen Provinzen des Landes. Sie versuchen, Mitglieder der Regierung oder der Sicherheitskräfte sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen zu identifizieren. Diese werden dann bedroht, entführt, oder getötet. Die Razzien gelten als Maßnahme zur Einschüchterung und Demotivierung der Regierung und jener Menschen, die für die „internationalen Eindringlinge“ oder „Besatzer“ arbeiten.
Busfahrer bitten Passagiere vor der Reise mittlerweile regelmäßig, ihre Taschen auf Dinge zu überprüfen, die ihnen bei Taliban-Razzien zum Verhängnis werden könnten. Dazu zählen Uniformteile, Arbeitsausweise oder Geräte mit „unislamischer“ Musik.
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