Kämpfe in Afghanistan: Taliban erobern Bezirkshauptstadt
Islamistische Rebellen haben Chan Abad am Samstag eingenommen. Die Stadt liegt nur 30 Kilometer von Kundus entfernt. Auch Helmand wird von ihnen belagert.
Foto: dpa
afp | Die Taliban haben einen Bezirk im Norden Afghanistans in ihre Gewalt gebracht. Die islamistischen Rebellen hätten auch die Bezirkshauptstadt Chan Abad am Samstag nach mehrstündigen Kämpfen erobert, sagte der Bezirksgouverneur Hajatullah Amiri der Nachrichtenagentur AFP. Die Aufständischen hätten am frühen Morgen einen Angriff auf die rund 30 Kilometer östlich von Kundus gelegene Stadt gestartet.
Ein Sprecher der Provinzverwaltung sagte, Sicherheitskräfte versuchten, die Kontrolle über den Bezirk zurückzugewinnen. Der Talibansprecher Sabihullah Mudschahid bestätigte, dass Kämpfer die Bezirksverwaltung und das Polizeihauptquartier erobert hätten.
Der Einwohner Abdul Satar sagte, hunderte Zivilisten seien vor den Kämpfen geflohen. „Die Einwohner der Stadt fürchten um ihre Leben und ihre Sicherheit. Menschen fliehen aus ihren Häusern und haben ihre Geschäfte verlassen“, sagte Satar.
Die Taliban hatten vergangenen September kurzzeitig die Provinzhauptstadt Kundus erobert. Zwar wurde sie nach zwei Wochen von der Armee mit der Unterstützung von Nato-Soldaten und Kampfflugzeugen wieder vertrieben, doch war es das erste Mal, dass die islamistische Bewegung seit ihrem Sturz 2001 eine große Stadt in ihre Gewalt bringen konnte. Die Regierung hat versprochen, keine Stadt mehr an die Taliban fallen zu lassen, doch belagern diese seit Tagen die Provinzhauptstadt Helmand im Süden.
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