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Teilsperrung der A100Alles, nur nicht noch mal „knack“

Der Senat und die Autobahngesellschaft stellen Pläne zur Reparatur der Stadtautobahn vor. Im Verkehrsausschuss überzeugt das bei Weitem nicht jeden.

Hier fährt nix – umso mehr dagegen auf den umliegenden Straßen Foto: IMAGO / Achille Abboud

Berlin taz | Chaos, Chaos, Chaos: Das Wort fiel immer wieder am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses, wo es fast ausschließlich um die Probleme durch die Teilsperrung der Stadtautobahn A100 am Dreieck Funkturm ging. Klar wurde unter anderem, dass insbesondere der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf alles andere als glücklich ist mit den Aussichten für die kommenden Monate und Jahre.

Kurz vorher hatten schon die Autobahn GmbH des Bundes, die Projektmanagementgesellschaft Deges und der Senat über den Stand der Dinge rund um die instabil gewordene Ringbahnbrücke informiert. Alle Beteiligten versprachen auch vor dem Ausschuss, Abbruch und Ersatzneubau der Brücke so schnell wie möglich voranzutreiben – von dem zuerst genannten Zeitrahmen von zwei Jahren ist jetzt freilich nicht mehr die Rede.

Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) will dazu Register wie Ausnahmegenehmigungen für einen pausenlosen Baustellenbetrieb oder Bonus-Malus-Regeln für die Bauunternehmen ziehen. Sie rief sogar die FraktionsvertreterInnen dazu auf, „auf NGOs und Verbände einzuwirken, dass die Maßnahmen nicht durch Klageverfahren verzögert werden“.

Andreas Irngartinger von der Deges versprach, dass der Abbruch der Ringbahnbrücke noch vor Ostern ausgeschrieben werde. Auch werde man sich bemühen, dass die Sperrungen des S-Bahnverkehrs, die es zu einem späteren Zeitpunkt zwangsläufig geben muss, „minimal“ ausfielen. Dirk Brandenburger, Geschäftsführer Technik der Autobahn GmbH, nannte als „positive Nachricht“, dass es schon eine Planung gebe – die müsse jetzt halt so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Der wohl größte Knackpunkt bleibt die Belastung der Charlottenburger Kieze – Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger nahm das in Bezug auf die als Ausweichrouten vorgesehenen Straßen wörtlich: Schon vor einigen Jahren habe ein Gutachten den baulichen Zustand der Sophie-Charlotte-Straße als unzureichend für eine Dauerumleitung des Autobahnverkehrs eingeschätzt – sie hätte eigentlich erst einmal saniert werden müssen. „Wenn jetzt noch was ‚knack‘ macht und geschlossen werden muss, befürchten wir, dass gar nichts mehr geht“, so der Grünen-Politiker.

Lkws raus auf den Ring

Das Problem: Es gibt auf der A100 jetzt zwar auf der Gegenfahrbahn eine Behelfsspur in Richtung Norden, sie ist aber zu eng, um vom Schwerlastverkehr genutzt werden. Der steht aktuell in den umliegenden Vierteln im Stau. Senat und Autobahn GmbH wollen künftig große Lkws, die die Stadt lediglich passieren wollen, weiträumig über den Berliner Ring umleiten.

Zwei Aussagen von Ute Bonde kamen bei den im Ausschuss vertretenen Oppositionsfraktionen gar nicht gut an: Einmal ihre wiederholte Beteuerung, man könne nicht für alle der hunderten Berliner Brücken ein Notfallkonzept in der Schublade haben. Ab Zeitpunkt der Vollsperrung habe es trotz zweiwöchigen Vorlaufs noch immer keinen Plan gegeben, so der Linken-Abgeordnete Kristian Ronneburg – durch das „Versagen des Senats“ seien alle ins „absolute Verkehrschaos getaumelt“.

Ronneburg nahm auch gehörig Anstoß daran, dass die Senatorin die von der Autobahnsperrung generierten Probleme mit den BVG-Warnstreiks in Verbindung brachte. Den Angestellten der Verkehrsbetriebe gehe es schließlich nur um Respekt und bessere Löhne. „Beides in einem Atemzug zu nennen, ist unredlich.“ Bonde wies das weit von sich: Sie habe keinen ursächlichen Zusammenhang hergestellt, sondern nur darauf verwiesen, dass sich durch die Streiks das Verkehrsaufkommen noch einmal erhöht habe.

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2 Kommentare

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  • Was haben die beiden Koalitionsparteien den Autofahrern Honig während des Wahlkampfs ums Maul geschmiert. Ergebnis? Verkehrschaos wohin man blickt. Die A100 ist ja derzeit nur das prominenteste Beispiel. Die treskow Allee liegt auf dem Teilstück an der wuhlheide seit einem knappen halben Jahr brach. Die Wasserwerke haben ihre Bauarbeiten längst beendet, die Fahrbahn wird trotzdem nicht wiederhergestellt, seit Herbst letzten Jahres!



    Es gibt überall Baustellen, die hastig aufgemacht und nie fertig werden. Oftmals werden Straßen, die sich gegenseitig entlasten würden, parallel gesperrt.



    Währenddessen kommt der Ausbau der Fahrradwege und des öffentlichen Nahverkehrs auch nicht voran.



    Verkehrspolitisch sind die Jahre von Schwarz Rot komplett verschenkt.



    Die einzige Hoffnung ist derzeit, dass der Spuk nächstes Jahr ein Ende findet.

  • Es wurden auf der A 100 Richtung Norden ja gleich zwei kaputte BAB-Brücken über die Ringbahn gesperrt, direkt am AD Funkturm die Ringbahnbrücke sowie 1,5 km weiter nördlich zwischen Knobelsdorffstr und Spandauer Damm die Westendbrücke: www.deges.de/proje...er-westendbruecke/

    Die Autobahngesellschaft redet und die TAZ schreibt hier ja immer nur von der Ringbahnbrücke.

    Also kommen der Abriss und Neubau der Westendbrücke erst irgendwann viel später??? Die Folgen wären eine maximale Dauer des Umleitungsverkehrs durch die Wohngebiete (die gleiche Umleitung gilt ja auch wegen der Westendbrücke) und der Sperrungen der Ringbahn für die S-Bahn!