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Studie zu fehlender PartnerschaftWeniger Wohlbefinden bei jungen Langzeitsingles

Immer mehr junge Erwachsene gehen keine romantischen Beziehung ein – und das hat Folgen für ihr Wohlbefinden. Eine neue Studie zeigt Genaueres.

Besonders in den späten Zwanzigern fühten sich Langzeitsingles einsamer und depressiver, heißt es in der Studie Foto: Elisa Schu/dpa

kna | Eine fehlende Partnerschaft senkt offenbar das Wohlbefinden junger Menschen. Wer dauerhaft Single bleibt, verliert über die Zeit an Lebenszufriedenheit, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universität Zürich zeigt. Besonders in den späten Zwanzigern fühlten sich Langzeitsingles einsamer und depressiver, heißt es. In diesem Alter könne es auch schwieriger werden, „eine erste Partnerschaft einzugehen – zumal ein geringeres Wohlbefinden zugleich die Wahrscheinlichkeit erhöht, länger Single zu bleiben“, erklärt Studienleiter Michael Krämer.

Zwar werde das Singledasein medial als Ausdruck von Lifestyle und Selbstbestimmung inszeniert. Begriffe wie „Self-Partnership“, „Solo Living“ oder „Singlehood“ prägten die Diskussion. Gleichzeitig entschieden sich junge Erwachsene zunehmend gegen feste romantische Beziehungen.

Erste Partnerschaft macht zufriedener

Wenn einen Single dann aber doch Amors Pfeil treffe, habe dies erwiesenermaßen positive Folgen: Sobald junge Erwachsene ihre erste Partnerschaft eingingen, habe sich ihr Wohlbefinden in mehreren Bereichen verbessert. Sie seien kurz- und langfristig nicht nur zufriedener geworden, sondern fühlten sich auch weniger einsam. Auf Depressivität habe eine Partnerschaft dagegen keinen Einfluss gehabt.

Für die Studie wurden einmal im Jahr über 17.000 Menschen aus drei repräsentativen Längsschnittstudien in Deutschland und Großbritannien befragt. Sie waren laut Angaben zu Beginn der Studie zwischen 16 und 29 Jahre alt und zunächst alle partnerschaftsunerfahren.

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3 Kommentare

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  • Diese Situation kenne ich aus dem eigenen Umfeld.



    Tochter ist mittlerweile 30 und total Generation Social-Media (Ich,Ich,Ich...). Durch die dort propagierten "Idealbilder" sind die Ansprüche an sich und auch einen potentiellen Partner so hoch, das keine Beziehung länger als eine Woche hält. Erste Anzeichen depressiver Erscheinungen sind durchaus bereits erkennbar, vor allem dann, wenn man Weihnachten und Sylvester alleine in der Wohnung sitzt, und am Leben nur noch Online teilnimmt.

    • @Oleg Fedotov:

      Es tut mir Leid für Sie und Ihre Tochter.



      Was passieren wird, wurde mir klar, als der Erste mir stolz seine Facebook-Darfichnichtsagen gezeigt hat.



      Zum Glück hat mein erwachsener Sohn das damals auch sofort begriffen und danach gelebt.



      Ob es Glück oder etwas anderes war, weiß ich nicht, aber ich bin froh und dankbar.

  • Die Depression ist eine ernste Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgehend beeinflusst und mit Störungen von Hirn- und anderen Körperfunktionen einhergeht. Die Gründe hierfür liegen m.E. meist in der frühen Kindheit. Eine Partnerschaft kann da wenig bewirken; ärztliche oder besser psychotherapeutische Hilfe ist da angesagt.