: Strieder will BSR vor Konkurrenz schützen
■ Arbeitsplatzabbau nach Ende des BSR-Vertrags 1999 befürchtet
Umweltsenator Peter Strieder (SPD) will die Stadtreinigungsbetriebe BSR durch ein Monopolgesetz vor Konkurrenz schützen. „Nur wenn die BSR weiter den Hausmüll entsorgt, können die 8.000 Arbeitsplätze gesichert werden“, sagte er der Berliner Morgenpost. Strieder befürchtet, daß nach Auslaufen des BSR-Vertrages Ende 1999 wegen der europaweiten Liberalisierung sich auch Privatunternehmen um die Entsorgung des Hausmülls bewerben und „mit Umwelt- und Sozialdumping auf den Berliner Markt drängen werden“.
Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen und Wirtschaftssenator Elmar Pieroth (beide CDU) lehnen Strieders Vorhaben ab. Auch Justizsenator Ehrhart Körting (SPD) äußerte schwere Bedenken. In einem vertraulichen Schreiben habe Körting vor dem „Risiko“ gewarnt, daß ein gesetzliches BSR-Monopol „mit dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz des Bundes nicht vereinbar“ sei. Er sehe auch „keine Notwendigkeit“, den Senat in dieser Frage „gesetzlich zu binden“. ADN
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen