piwik no script img

Strauss-Kahn in Ungnade

Spendenaffäre rückt Frankreichs Ex-Finanzminister nahe. Richter beschlagnahmen zwei Briefe Mérys

PARIS afp/dpa ■ Der französische Ex-Finanzminister Strauss-Kahn ist ins Zentrum der Affäre um verdeckte Parteispenden geraten. Premierminister Jospin rückte gestern deutlich von seinem früheren Superminister ab. Seine Partei werde sich nicht kollektiv für Fehler, die sie nicht begangen habe, zur Verantwortung ziehen lassen, sagte Jospin.

Am Vortag hatte die Justiz in Strauss-Kahns Räumen nach dem Original eines Videos durchsucht. Auf dem beschuldigt der 1999 verstorbene Immobilienunternehmer Méry Präsident Chirac und die großen Parteien, Millionenbeträge in die Parteikassen umgelenkt zu haben. Strauss-Kahn sagte, er habe die Kassette von einem Staatsanwalt erhalten, sie jedoch nie angeschaut, keinen Nutzen daraus gezogen und keine Gegenleistungen erhalten.

Inzwischen wurden zwei Briefe Mérys beschlagnahmt. Die Schreiben von 1995 und 1996 seien an den Präsidenten gerichtet. In ihnen fordert Méry Schweigegeld für seine Aktivitäten als Eintreiber illegaler Spenden für Chiracs RPR, berichtet Le Monde.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen