Strategisch wichtige Rohstoffe: USA und Kanada greifen durch

Kanadas Regierung zwingt chinesische Firmen, Anteile an Firmen zu verkaufen, die Seltene Erden fördern. Auch die USA wollen autonomer werden.

Windräder vor Sonnenuntergang hinter einem Kraftwerk mit Dampfwolke.

Für die Energiewende brauchen wir Windräder, und die brauchen häufig Seltene Erden Foto: David Young/dpa

BERLIN/MONTREAL afp/dpa/taz | In Kanada müssen drei chinesische Unternehmen ihre Anteile an kanadischen Firmen verkaufen, die Seltene Erden fördern. Der Industrieminister François-Philippe Cham­pagne begründete die Anordnung am Mittwoch mit der nationalen Sicherheit. Die Sicherheitsbehörden hätten die chinesischen Unternehmen vor der Entscheidung „gründlich durchleuchtet“.

Kanada heiße ausländische Direktinvestitionen weiterhin willkommen, sagte der Minister, „wir werden aber entschieden handeln, wenn Investitionen unsere nationale Sicherheit und unsere wichtigen Versorgungsketten bedrohen“. Betroffen von der Entscheidung sind die Firmen Sinomine Rare Metals Resources, Chengze Lithium International Limited und Zangge Mining Investment. Seltene Erden sind Metalle, die häufig über magnetische oder optische Eigenschaften verfügen und in vielen Hightech-Produkten stecken. China ist der größte Produzent von Seltenen Erden weltweit. In den vergangenen zwei Jahrzehnten investierten chinesische Firmen Milliarden US-Dollar in Kanada, um den Nachschub zu sichern.

Auch die USA packen das Quasi-Monopol Chinas bei den Seltenen Erden an. Laut einem Bericht der Newsweek sollen Seltene Erden aus der kalifornischen Mine Mountain Pass ab Ende 2023 in einem neuen Werk in Fort Worth, Texas, zur Herstellung von Legierungen und Magneten für die Fahrzeugflotten von General Motors beitragen. Beteiligt daran ist das australische Unternehmen Lynas Rare Earths, weltweit größter Selten-Erden-Produzent außerhalb Chinas. Im Juni erhielt das Unternehmen einen 120-Millionen-Dollar-Auftrag für den Bau der ersten kommerziellen Anlage zur Abscheidung schwerer Seltener Erden in den USA. Da das Rohmaterial in einer Lynas-Mine in Mount Weld, Australien, abgebaut und zur Veredelung in die USA transportiert wird, würde die Lieferkette China umgehen.

Deutschland befindet sich diesbezüglich bislang noch im Ankündigungsmodus: Nach einem Gespräch mit dem mongolischen Ministerpräsidenten in Berlin Mitte Oktober hatte Kanzler Olaf Scholz (SPD) betont, man wolle die Abhängigkeit gegenüber einzelnen Staaten bei strategisch wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden verringern. Dabei werde die Mongolei ein wichtiger Partner werden.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de