piwik no script img

Strategie für den Wahlkampf 2009Grüne pfeifen auf die SPD

Jürgen Trittin, designierter Spitzenkandidat der Grünen, will diesmal ohne Sympathiebekundungen für die SPD Wahlkampf machen. Nach der Wahl werde man mit allen Parteien reden.

BERLIN reuters/taz Die Grünen wollen ohne eine Koalitionsaussage in den Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr ziehen. "Wir werden in den Wahlkampf gehen mit einer klaren Aussage, für was wir stehen", sagte der designierte Spitzenkandidat Jürgen Trittin der Berliner Zeitung. Auf die Frage, ob es eine Koalitionsaussage geben werde, antwortete Trittin: "Nein." Die Grünen müssten ihre Inhalte in den Vordergrund stellen. "Wenn wir diese Inhalte durchsetzen wollen, werden wir uns Gesprächen nicht verweigern können. Das gilt für alle Parteien."

Bei den vergangenen Bundestagswahlen hatten sich die Grünen noch auf ein Bündnis mit der SPD festgelegt. "Die SPD steht uns im Bund in den meisten politischen Fragen noch immer sehr viel näher als die CDU", sagte Trittin. "Rot-Grün ist wahrscheinlicher als Schwarz-Grün."

Eine Koalition mit der Union wie in Hamburg hat Trittin zufolge keinen Vorbildcharakter für den Bund. Über eine mögliche Ampelkoalition mit SPD und FDP äußerte sich der Grünen-Politiker zurückhaltend. "Man muss erst mal abwarten, ob das Wahlergebnis dies überhaupt zulässt. In jedem Fall werden uns wohl schwierige Gespräche bevorstehen. Mit wem auch immer."

Die FDP hat bereits Anfang März erklärt, sich die Koalitionsaussage offen halten zu wollen.

Nach ihren Wahlschlappen in Hessen und Hamburg hatte Parteichef Guido Westerwelle den Kurswechsel eingeleitet. Seine lange Treue zur Union beendend hatte er im Spiegel-Interview erklärt, seine Partei stehe künftig in Bund und Ländern auch für andere Koalitionen zur Verfügung. Allein mit der Linkspartei wolle er auch künftig nichts zu tun haben.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare