: Stahlkocher bangen um ihre Jobs
Überkapazitäten Thyssenkrupp berät über Sparmaßnahmen, vor den Werkstoren demonstrieren 7.000
dpa | Widerstand gegen drohende Werksschließungen beim größten deutschen Stahlkonzern Thyssenkrupp: Rund 7.000 Stahlkocher demonstrierten am Mittwoch in Duisburg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und für Informationen über mögliche Sparpläne. „Wir fordern Fakten, kein dummes Geschwätz“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall in NRW, Knut Giesler.
Hintergrund der Aktion war eine für den gleichen Tag angesetzte Sitzung des Aufsichtsrats der Stahlsparte, bei der das Gremium über Sparmaßnahmen beraten sollte. Für zusätzliche Verunsicherung sorgten daneben laufende Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Tata über einen möglichen Zusammenschluss.
Ob es Beschlüsse bei der für den Nachmittag geplanten Sitzung geben wird, war zunächst unklar. Bedroht sein könnten nach Information des Betriebsrats Werke in Duisburg-Hüttenheim und Bochum. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass von den rund 19.000 Beschäftigten der Stahlsparte zwischen 3.000 und 4.000 von Stellenstreichungen betroffen sein könnten. Mit der Vorlage konkreter Pläne wird aber erst im kommenden Jahr gerechnet.
Nach Einschätzung des Stahlexperten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Roland Döhrn, müssen derzeit vor allem kleinere Werke um ihre Zukunft fürchten.
Der Vorsitzende des Thyssenkrupp-Gesamtbetriebsrats, Willi Segerath, zeichnet ein noch düsteres Szenario. In Deutschland könnten bis zu 25.000 Arbeitsplätze in Gefahr sein, darunter ein Großteil in Nordrhein-Westfalen, meint er. Weltstahlverbands-Chef Wolfgang Eder hatte in dieser Woche im Handelsblatt erneut auf massive Überkapazitäten in Europa hingewiesen.
Thyssenkrupp-Stahlchef Andreas Goss hatte bei einer Betriebsräte-Konferenz vor knapp zwei Wochen erneut auf die anhaltend schwierige Lage des Konzerns hingewiesen. „Wenn unser Stahlgeschäft eine Zukunft haben soll, können wir nicht die Augen davor verschließen, dass wir unterausgelastete Anlagen haben und es massive Überkapazitäten im Markt gibt“, sagte der Manager damals.
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