: Shell erwägt Milliardeninvestition in Nigeria
■ Berichte über Fünfjahresprogramm im Öl- und Gassektor im Wert von 8,5 Milliarden Dollar
Berlin (taz) – Der Ölkonzern Shell plant einem Bericht der Financial Times zufolge Milliardeninvestitionen in Nigeria. Wie die britische Zeitung gestern meldete, wird derzeit über ein integriertes Programm zur Erschließung neuer Tiefsee-Ölfelder und zur gleichzeitigen besseren Nutzung der nigerianischen Erdgasvorkommen mit anderen Ölfirmen und dem nigerianischen Staat verhandelt. Bei dem Fünfjahresprogramm mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 8,5 Milliarden Dollar, wovon 70 Prozent von den Ölfirmen kommen sollte und 30 Prozent vom Staat, ginge es um eine Steigerung der nigerianischen Ölproduktion um 600.000 Barrel pro Tag oder fast ein Drittel der derzeitigen Menge, dazu eine Ausweitung des bereits seit Jahren geplanten Flüssiggasprojekts LNG. Bei diesem wird das bisher nutzlos abgefackelte Gas, das bei der Ölförderung entweicht, bei extremen Niedrigtemperaturen verflüssigt und damit exportfähig gemacht. Bisher ist geplant, mit diesem Projekt in diesem Jahr zu beginnen.
Shell-Sprecher Eric Nickson bestätigte gestern den Bericht gegenüber der taz mit der Einschränkung, es handele sich um einen „Vorschlag“, dessen Realisierung „vom Interesse der Regierung, anderer internationaler Ölfirmen und Vertragspartner, der Entwicklung des nigerianischen Ölgeschäfts und den Möglichkeiten zu größeren Flüssiggasexporten abhängt“. Darüber würden im Laufe dieses Jahres Gespräche geführt.
Das Interesse der nigerianischen Regierung dürfte groß sein. Sie ist für ihre Einnahmen fast völlig vom Ölexport abhängig, und der niedrige Weltmarktpreis für Öl sowie Unruhen in den Fördergebieten haben das Land in eine tiefe Wirtschaftskrise gestürzt. D.J.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen