Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Jeder zweite Beschäftige ist betroffen
Jede fünfte Frau wurde schon einmal gegen ihren Willen berührt. Bei den Männern sind es 12 Prozent. Doch sexuelle Belästigung im Job beginnt schon früher.
BERLIN dpa/taz | Jeder zweite Beschäftigte hat am Arbeitsplatz schon Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hervor. 56 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen haben im Job schon einmal gesetzlich verbotene Situationen erlebt.
Danach ist fast jede fünfte Frau schon einmal gegen ihren Willen von Kollegen berührt worden. Auch zwölf Prozent der Männer berichteten von unerwünschter körperlicher Annäherung. Als sexuelle Belästigung gelten aber auch anzügliche Bemerkungen oder das Zeigen von Nacktbildern. Immerhin 13 Prozent der Männer gaben an, Sprüche wie „Setz dich auf meinen Schoß“ seien keine Belästigung. Das sahen auch acht Prozent der Frauen so.
Nur wenige Betroffen werten entsprechende Vorfälle tatsächlich als sexuelle Belästigung. Dabei verbietet das Gesetz neben verbaler Diskriminerung auch etwa das Anbringen pornografischer Bilder.
Zudem wissen 81 Prozent nicht, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, sie aktiv vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Mehr als 70 Prozent kennen zu dem Thema auch keine präsente Ansprechperson in ihrem Betrieb.
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