Seenotrettung im Mittelmeer: Hunderte Geflüchtete dürfen an Land
Das Rettungsschiff „Geo Barents“ darf im sizilianischen Hafen Augusta anlegen. An Bord sind unter anderem 112 Minderjährige. Sie waren aus Libyen geflohen.
Foto: Carmelo Imbesi /ansa/epa
epd | Die 439 Flüchtlinge an Bord des von Ärzte ohne Grenzen betriebenen Rettungsschiffes „Geo Barents“ dürfen in Italien an Land gehen. Das Schiff habe den sizilianischen Hafen Augusta zugewiesen bekommen, wie die Hilfsorganisation am Freitag auf Twitter mitteilte.
Die Crew der „Geo Barents“ hatte die Flüchtlinge und Migranten seit Mittwoch vergangener Woche bei mehreren Einsätzen im Mittelmeer gerettet und tagelang auf die Zuweisung eines Hafens gewartet. Unter den Geretteten waren nach Angaben der Hilfsorganisation 112 Minderjährige. Alle Überlebenden seien aus Libyen geflohen.
Derweil wurde die Ocean Viking am Donnerstag von den italienischen Behörden wieder freigeben, wie die Betreiberorganisation SOS Méditerranée mitteilte. Das Rettungsschiff war Mitte Januar wegen der fehlerhaften Registrierung von Container-Aufbauten im Hafen Trapani festgesetzt worden.
Immer wieder wagen Flüchtlinge und Migranten in oft seeuntauglichen Booten von Libyen aus die Überfahrfahrt nach Europa. Es gibt auf dem Mittelmeer zurzeit keine staatlich organisierte Seenotrettungsmission, einzig die Boote privater Hilfsorganisationen halten Ausschau nach in Seenot geratenen Flüchtlingen und Migranten.
Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mindestens 108 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Im Jahr 2021 waren es 2.047 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.
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