SciFi Serie „Pantheon“: Bewusstsein in der Cloud
Die animierte SciFi Serie „Pantheon“ erkundet die Möglichkeiten und Gefahren von Technologie. Und wird dabei auch philosophisch.
Was macht Menschen zu Menschen? Ein Körper oder die Fähigkeit, zu lieben, Trauer und Hass zu empfinden? Was, wenn der Körper obsolet wird für die Existenz? Wenn vermeintlich ewiges Leben des Bewusstseins in der Cloud möglich wird?
Ganz kurz kommt „Pantheon“ als simple Coming-of-Age Geschichte daher. Dieser Eindruck verfliegt schnell. Denn die animierte Serie entfaltet sich in 16 Episoden mehr und mehr zu einer vielschichtigen Erzählung über Trauer, Liebe und die Konsequenzen technologischen Fortschritts. Sie wagt sich detailreich unbequemen und hochaktuellen Fragen: Wie viel Technologie ist zu viel? Und was passiert, wenn sie die Menschheit überrollt?
Die Zuschauer folgt der Protagonistin Maddie. Einer Mittelschülerin, deren Vater vor zwei Jahren gestorben ist. Maddie ist intelligent, tech-affin, ein wenig in sich gekehrt, hängt in Onlineforen herum. Eines Abends ploppt ein Chatfenster auf, in dem jemand mit ihr nur durch Emojis kommuniziert.
Jemand schickt Smileys, von dem Maddie dachte, ihn verloren zu haben: ihr Vater. Er arbeitete vor seinem Tod bei einem Tech-Unternehmen, das zum Überwinden des Todes forschte. Genauer gesagt, an UI, ähnlich wie KI, nur dass die Intelligenz nicht künstlich, sondern „uploaded“, hochgeladen, ist.
„Pantheon“
2 Staffeln auf Netflix,
Amazon Prime und Joyn
Fiktion und Realität verschwimmen
Die detailliert animierte Geschichte, die auf Büchern des Programmierers Ken Lui basiert, setzt dort an, wo Fiktion und Realität verschwimmen.
In zwei Staffeln drängen die großen Fragen immer stärker in den Vordergrund. Es geht um korrupte Konzerne, egoistische Interessen, den Wunsch nach Unsterblichkeit und ein digitales Wettrüsten von Staaten. Um das Wohl des Einzelnen und das Wohl aller. Gleichzeitig bleibt die Serie nah an ihren Charakteren und deren Emotionen. Sogar für eine Liebesgeschichte ist zwischen all dem Platz.
„Pantheon“ fordert ihre Zuschauer. Sie ist mehr als Sciencefiction, sie ist eine Auseinandersetzung mit Utopie und Dystopie, mit den Potenzialen und Gefahren von Technologie.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert