Schweinepestfall bei Berlin: Die Sauerei rückt näher

Nahe der Berliner Stadtgrenze wurde ein totes Wildschwein entdeckt, das wohl an der Afrikanischen Schweinepest starb. Zäune sollen nun schützen.

Blick auf einen Weg in den Wald

Treiben sich hier noch mehr infizierte Wildschweine herum? Waldweg nahe der Berliner Stadtgrenze Foto: dpa

BERLIN/POTSDAM dpa | Nach mehr als 400 Nachweisen der Tierseuche Afrikanische Schweinepest in Brandenburg gibt es jetzt erstmals einen Verdachtsfall nahe der Berliner Stadtgrenze. Das tote Wildschwein sei in Potsdam Groß-Glienicke gefunden worden, rund 200 Meter von der Grenze zum Berliner Bezirk Spandau entfernt. Den Verdachtsfall habe das LandeslaborBerlin-Brandenburg gemeldet, teilte die Berliner Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Freitag mit.

Eine endgültige Bestätigung vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald, dass es sich tatsächlich um die Seuche handelt, steht noch aus. Das Ergebnis könnte nach Behördenangaben noch am Freitagabend vorliegen. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist für Menschen ungefährlich. Für Wild- und Hausschweine endet sie fast immer tödlich.

Wegen des ASP-Vorkommens in Brandenburg hat sich auch Berlin gerüstet: Sperrzonen und Wildfangzäune sollen eine Ausbreitung verhindern. Eine Reihe von Bezirken hatten sich zur Anschaffung von Zaunmaterialien zusammengetan. In Berlin sind die Bezirke für die Bekämpfung zuständig.

Verbreitung auch durch kontaminierte Erde

Bislang traten bestätigte ASP-Fälle vor allem im Süden Brandenburgs an der Grenze zu Polen auf. Denn in Osteuropa grassiert die Tierseuche bereits. Nachweise für den Westen des Landes fehlen bisher. Das Brandenburger Verbraucherministerium ging am Freitag davon aus, dass die Tierseuche durch menschliches Zutun an die Berliner Stadtgrenze eingeschleppt wurde. Denn auch durch kontaminiertes Erdreich oder Fleischerzeugnisse kann sich das ASP-Virus verbreiten.

Nach Angaben eines Sprechers würden nach der Bestätigung durch das FLI weitere Schritte eingeleitet. So solle intensiv nach weiteren toten Tieren gesucht und eine Sperrzone von 15 Kilometer um den Fundort eingerichtet werden. Im Umkreis von drei Kilometer werde ein Elektrozaun aufgestellt.

Bislang mehr als 440 Fälle in Brandenburg

Der erste Schweinepest-Ausbruch bei Wildschweinen in Deutschland wurde am 10. September 2020 in Brandenburg amtlich festgestellt. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle in Brandenburg liegt mittlerweile bei mehr als 440, betroffen ist bisher vor allem der Osten und Südosten des Landes. Um die Einwanderung infizierter Wildschweine aus Polen zu erschweren, baut das Land einen 270 Kilometer langen Schutzzaun.

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