piwik no script img

■ Experten: Arbeitswege sind zu langRunter mit den Mieten!

Köln (dpa) – Mediziner schlagen Alarm: Mindestens jeder dritte Beschäftigte in Deutschland braucht bereits länger als zwei Stunden von der Haustür zum Arbeitsplatz und zurück. Diese Belastung habe „massive Auswirkungen“ auf den Krankenstand und die Zahl der Frührentenanträge, warnte der Würzburger Sozialmediziner Wolfgang Theissen am Rande des 17.Interdisziplinären Forums „Fortbildung und Fortschritt in der Medizin“ am Samstag in Köln. Noch vor 20 Jahren habe nur ein Viertel der Arbeitnehmer länger als 45 bis 65 Minuten für den Arbeitsweg gebraucht, heute seien es bereits 75 Prozent. Gut ein Drittel seien sogar mehr als zwei Stunden unterwegs. Ursache sei die wachsende Wohnungsnot vor allem in den Städten, die immer mehr Bürger in Randgebiete abdränge. „Es muß sofort bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden“, forderte Theissen. Andernfalls drohe ein enormer Schaden. „Was unser Gemeinwesen heute nicht in bezahlbare Wohnungen steckt, wird es in fünf bis zehn Jahren in mindestens doppelter Höhe für Frührenten und Krankenstand bezahlen müssen.“

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen