Richtungsstreit in der AfD: Hans-Olaf Henkel will nicht mehr
Das wirtschaftsliberale Gesicht der Partei verlässt den Vorstand. In der FAZ begründet er den Schritt mit den Übernahmeversuchen von „Rechtsideologen“.
FRANKFURT/MAIN afp | Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Hans-Olaf Henkel hat mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt aus dem Bundesvorstand der Partei erklärt. Henkel begründete seine Entscheidung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit Versuchen von „Rechtsideologen“, die Partei zu übernehmen.
Zudem führte er demnach charakterliche Defizite von führenden Parteifunktionären an. Parteigründer Bernd Lucke hatte zuvor ebenfalls vor dem Einfluss rechter Kräfte gewarnt.
Sollte es nicht zu einer „Klärung“ im Richtungsstreit seiner Partei kommen, drohe ihr der Untergang, sagte Henkel der FAZ. „Dann wird die AfD scheitern. Das ist meine feste Überzeugung.“
Einen vollständigen Rückzug aus der Partei bedeute der Schritt jedoch nicht, so Henkel. Er werde sich weiterhin für die AfD einsetzen, „aber nur dort, wo man sich an die Grundsätze unserer Partei hält“.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert