Repressionen im Iran: Sittenpolizei kontrolliert Hijabs
Im Iran kehren die Sittenwächter wieder in den Alltag der Menschen zurück. Damit nehmen die Repressionen gegen Frauen weiter zu.
Am späten Samstag verhaftete die Polizei einen Schauspieler in dessen Wohnung. Zuvor hatte Mohammed Sadeghi in sozialen Netzwerken ein Video als Reaktion auf ein anderes Online-Video verbreitet, das eine Frau zeigte, die von der Sittenpolizei festgenommen wird. „Glauben Sie mir, wenn ich eine solche Szene sehe, könnte ich einen Mord begehen“, sagte er darin. Auf der Website der Tageszeitung „Hamshahri“ hieß es, er sei verhaftet worden, weil er Menschen dazu aufgefordert habe, Waffen gegen die Polizei einzusetzen.
Zuletzt wurde die Schauspielerin Asadeh Samadi aus den sozialen Medien verbannt und von einem Gericht angewiesen, sich wegen einer „antisozialen Persönlichkeitsstörung“ in psychologische Behandlung zu begeben – vor zwei Monaten hatte sie mit einer Kappe auf dem Kopf an einer Beerdigung teilgenommen.
Die landesweiten Proteste gegen die Kopftuchpflicht waren zu Beginn dieses Jahres weitgehend abgeklungen. In Folge des harten Vorgehens der Behörden waren mehr als 500 Demonstrant:innen getötet und fast 20.000 festgenommen worden. Viele Frauen widersetzten sich jedoch weiterhin der offiziellen Kleiderordnung, insbesondere in Teheran.
Mit reinem Gewissen wissen
Auf taz.de finden Sie eine unabhängige, progressive Stimme. Frei zugänglich, ermöglicht von unserer Community. Alle Informationen auf unserer Webseite sind kostenlos verfügbar. Wer es sich aber leisten kann, darf – ganz im Zeichen des heutigen "Tags des guten Gewissens" – einen kleinen Beitrag leisten. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen
meistkommentiert
Koalitionsverhandlungen
Der SPD scheint zu dämmern: Sie ist auf Merz reingefallen
Parkinson durch Pestizide
Bauernverband gegen mehr Hilfe für erkrankte Bauern
Iranische Aktivistin über Asyl
„Das Bamf interessiert wirklich nur, ob du stirbst“
Anlegen nach dem Crash
Ruhe bewahren oder umschichten
Von Frankreich lernen
Wie man Rechtsextreme stoppt
Strafe wegen Anti-AfD-Symbolik
Schule muss Tadel wegen Anti-AfD-Kritzeleien löschen