Rekord an Corona-Neuinfektionen: Hoffnung hat sich nicht erfüllt

Sechs Wochen nach Teillockdown-Beginn erreichen die Corona-Neuinfektionen einen Höchststand. Pro Tag sterben nun im Schnitt über 400 Menschen.

Eine Abstreicherin in weißem Schutzanzug nimmt eine Probe

Es wird mehr positiv getestet, wie hier auf dem Flughafen BER Foto: Sören Stache/dpa

BERLIN taz | Die Hoffnung, dass die zweite Coronawelle mit dem zaghaften Teillockdown gestoppt werden kann, hat sich nicht erfüllt: Die Zahl der täglich beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Neuinfektionen ist am Mittwoch erneut stark angestiegen, der 7-Tage-Mittelwert erreichte mit gut 19.100 Fällen pro Tag den höchsten Wert aller Zeiten. Zuvor war er drei Wochen lang leicht gesunken, doch dieser Rückgang wurde nun innerhalb einer Woche wettgemacht.

Besonders dramatisch ist die Lage weiterhin in Sachsen, wo die Fallzahl bezogen auf die Bevölkerung mehr als doppelt so hoch ist wie im Bundesdurchschnitt. Doch auch in den meisten anderen Bundesländern gab es in den letzten Tagen wieder leicht steigende Werte.

Dramatisch entwickelt sich weiterhin die Zahl der täglich gemeldeten Coronatoten: Am Mittwoch wurde mit 590 Toten der bisher höchste Wert gemeldet. Der 7-Tage-Mittelwert stieg damit auf 401 Menschen, die täglich im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion versterben. Das sind etwa 20 Prozent mehr als eine Woche zuvor – und weitaus mehr als während der ersten Coronawelle im Frühjahr, während der in Deutschland im 7-Tage-Schnitt maximal 233 Tote pro Tag gemeldet wurden.

Dass die Zahl der Toten weiterhin so stark steigt, obwohl die gemeldeten Neuinfektionen derzeit nur geringfügig höher liegen als vor drei Wochen, liegt daran, dass die Infektionsrate gerade bei älteren Menschen weiter steigt: In allen Altersgruppen über 70 Jahre, in denen die Sterblichkeit nach einer Corona-Infektion besonders hoch ist, sind die Zahlen in den letzten Wochen stark gestiegen; bei den über 90-Jährigen ist die Inzidenz sogar mehr als dreimal so hoch wie im Durchschnitt.

Zudem deutet der deutlich gestiegene Anteil positiver Ergebnisse bei den durchgeführten Coronatests darauf hin, dass die Dunkelziffer bei den Infektionen weiter zunimmt.

Auch auf den Intensivstationen nimmt die Zahl der Coro­napa­tien­t*innen darum weiter zu, allerdings deutlich langsamer als vor einem Monat. Im Bundesschnitt sind derzeit noch weniger als 20 Prozent der Intensivbetten mit Co­ro­na­pa­tien­t*in­nen belegt. In Sachsen sind es allerdings bereits knapp 30 Prozent und in einzelnen Kreisen rund 60 Prozent.

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