: Regattasegler aus Seenot gerettet
Bei der Regatta Vendée Globe gelingt einem Konkurrenten die Rettung des Franzosen Kevin Escoffier
Von Sven Hansen
Es ging sehr schnell. 800 Seemeilen südwestlich von Kapstadt ist am Montagnachmittag in schwerer See die Rennyacht „PRB“ des Franzosen Kevin Escoffier gebrochen und gesunken. Escoffier hatte bei der Vendée Globe an 3. Stelle gelegen. Zur härtesten Regatta um die Welt waren ursprünglich 33 Teilnehmer*innen gestartet.
Der 40-Jährige konnte noch einen Notruf absetzen, bevor wegen des eindringenden Wassers die Elektrik ausfiel. Er sprang in den Überlebensanzug und dann in die Rettungsinsel. Die französische Regattaleitung und Südafrikas Seenotzentrum leiteten den Viertplatzierten, den Franzosen Jean Le Cam, zur Unglücksstelle. Er lag 20 Seemeilen zurück und war in gut einer Stunde vor Ort.
Le Cam fand auch die Rettungsinsel, doch bei bis zu acht Windstärken und fünf Meter Wellen gelang es nicht, Escoffier an Bord zu nehmen. Stattdessen verlor er ihn mit der Dunkelheit aus den Augen. Die Rennleitung schickte darauf drei weitere Konkurrenten zur Unglücksstelle, darunter den deutschen Skipper Boris Herrmann. Sie trafen nach einigen Stunden ein. In der Zwischenzeit hatte ein französischer Wetterdienst für Le Cam die Driftdaten der Rettungsinsel berechnet und ihm die Koordinaten geschickt. Mit großem Glück konnte er Escoffier gegen 1.15 Uhr am Dienstagmorgen finden und bei inzwischen weniger Wind an Bord nehmen.
Das Bordvideo zeigt den erfahrenen Bootsbauingenieur und erfolgreichen Hochseesegler Escoffier, wie er Rettung und Schiffbruch noch nicht fassen kann: „Es war total verrückt. Ich habe schon viel erlebt, aber so was …“, sagte er zwischen Freude und Tränen. Er hatte in den Monaten zuvor das Boot noch eigens verstärkt.
Für Le Cam, den mit 61 Jahren jetzt ältesten Teilnehmer, ist die Rettung ein Déjà-vu-Erlebnis. Vor zwölf Jahren wurde er nach einer Kenterung bei Kap Hoorn selbst gerettet – vom damaligen Skipper der Yacht „PRB“, einem Vorgänger des jetzt gesunkenen Bootes.
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