piwik no script img

Rechte Gewalt in SachsenMit Bierflaschen gegen Geflüchtete

In Heidenau haben Jugendliche vier Asylbewerber angegriffen. Die Täter schlugen mit Bierflaschen auf die Flüchtlinge ein.

dpa | In Heidenau bei Dresden sind am Samstagabend vier Flüchtlinge aus Pakistan angegriffen worden. Nach Angaben der Polizei soll es sich bei den Tätern um russischstämmige Jugendliche gehandelt haben. Ein 24-jähriger und ein 33-jähriger Asylbewerber wurden verletzt, wie ein Polizeisprecher am Sonntag weiter mitteilte.

Vorausgegangen sei eine verbale Auseinandersetzung mit den Jugendlichen. Die Asylbewerber seien anschließend in die in einem Baumarkt untergebrachte Erstaufnahmeeinrichtung zurückgekehrt und hätten dem Wachschutz von dem Angriff berichtet. Dieser habe dann die Polizei informiert.

Einem der Asylbewerber sei mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen worden, sagte der Sprecher. Er habe wegen einer Platzwunde im Krankenhaus behandelt werden müssen. Ein zweiter Pakistaner habe Kratzwunden im Gesicht gehabt.

Über Motive und Hintergrund des Streits könne noch nichts gesagt werden, hieß es. Zunächst müssten die weiteren Ermittlungen abgewartet werden. Im Internet riefen Flüchtlingsunterstützer unterdessen wegen des Angriffs zu einer Demonstration auf. Die Unterkunft in Heidenau war Ende August Schauplatz rechtsradikaler und fremdenfeindlicher Krawalle.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

6 Kommentare

 / 
  • Celsus

    Scheinbar kommt der schlechteste Innenminister der Republik aus Sachsen. Wieder einmal war es nicht möglich, die Täter zu fassen. Der Verdacht einer rechtsextremen Gesinnung des Innenministers sollte dabei nicht ganz verdrängt werden.

    • 571 (Profil gelöscht)

      @Celsus:

      Als Innenminister empfehlen sich stets die Politiker, die innerhalb ihrer Partei dem rechten Flügel zuzuordnen sind.

      Von rechtsextremer Gesinnung wollte ich da nicht sprechen.

      • Celsus

        @571 (Profil gelöscht):

        Von dem Verdacht einer solchen Gesinnung sollte sehr wohl gesprochen werden. Aber Unfähigkeit wäre bereits Grund genug, ihn auszuwechseln.

  • Hanne

    "Nach Angaben der Polizei soll es sich bei den Tätern um russischstämmige Jugendliche gehandelt haben."

     

    Ich habe leider schon öfter gehört, dass die "russischstämmigen" gerne gemeinsame Sache mit den Nazis machen. Nach dem Motto "Wir sind Deutsche und kämpfen gegen andere Migranten und/oder Linke für UNSER Deutschland".

    • Sergej Prokopkin

      @Hanne:

      Und ich habe leider schon häufig gehört, dass die meisten Deutschen Nazis sind.

       

      Ist das nicht absurd die rassistischen Einstellungen auf die Herkunft zurück zu führen?

      • 571 (Profil gelöscht)

        @Sergej Prokopkin:

        Könnte sich um eine Milieuschädigung handeln, häufig eine Folge der Ghettoisierung...