Rassistisches Video: Schluss mit lahmen Entschuldigungen
Die CEO einer Kosmetikmarke beschimpft einen Aktivisten von Black Lives Matter. Das Video geht viral. Dann entschuldigt sie sich. Alles wieder gut?
„Es gibt nicht genug Worte, um zu beschreiben, wie leid es mir tut“, schreibt Lisa Alexander, CEO einer Kosmetikmarke aus San Francisco. Zuvor war ein Video viral gegangen, in dem sie James Juanillo rassistisch angegangen war. Juanillo, eine Person of Color, hatte mit Schablone und Kreide „Black Lives Matter“ an seine Hausfassade geschrieben. Alexander und ihr Ehemann beschuldigten Juanillo, fremdes Eigentum zu verunstalten. Seiner Aussage, er wohne dort, glaubten sie nicht. Alexander log und sagte, sie kenne den Besitzer des Hauses. Das Ehepaar rief also die Polizei.
Juanillo sagte später dem US-Fernsehsender ABC, die Polizist:innen seien nicht mal aus dem Auto gestiegen, um ihn als Anwohner zu identifizieren.
Das Video, das Juanillo kurz darauf bei Twitter postete, wurde millionenfach in sozialen Medien geteilt. Viele hinterließen negative Kommentare auf der Seite von Alexanders Kosmetikmarke und riefen zum Boykott dieser auf.
Mittlerweile ist die Website der Beautymarke offline und Lisa Alexander hat sich entschuldigt. Also alles wieder in Ordnung? Nein!
Klar, wir alle sind in einem rassistischen System aufgewachsen, müssen uns mit unseren eigenen Vorurteilen auseinandersetzen und machen Fehler. Sich zu entschuldigen, wenn man rassistisch gehandelt hat, ist wichtig und nötig. Es sollte allerdings nicht erst über eine Million Menschen benötigen, die einen auf das eigene rassistische Verhalten hinweisen.
Das Video der vergangenen Tage verdeutlicht einmal mehr, wie tief Rassismus in den Köpfen von uns weißen Menschen sitzt. Und es zeigt auch, wie viel antirassistische Arbeit noch vor uns allen liegt. Da Pacific Heights, das Viertel in San Francisco, in dem Juanillo wohnt, ein wohlhabendes ist, konnte Alexander nicht glauben, dass dort eine nichtweiße Person wohnt. Obwohl sie die Proteste gegen und Debatten über rassistische Polizeigewalt in den USA mitbekommen haben muss, ist Alexanders erste Reaktion, die Polizei zu rufen.
Abschließend schreibt Alexander in ihrem Statement, dass sie sich „lieber um ihre eigenen Angelegenheiten hätte kümmern sollen“. Wenn Sie damit meint, künftig ihre Privilegien als weiße Frau zu checken, wäre das ein erster guter Schritt.
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