Proteste gegen Maduros Regierung: Noch ein Toter in Venezuela
Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei in Caracas einen jungen Demonstranten erschossen. Nun ist ein weiterer Mann tot.
epd | Bei den Protesten gegen die Regierung in Venezuela ist ein junger Mann erschossen worden. Der Student beteiligte sich in der Stadt Valencia an einer Demonstration und wurde in der Nacht auf Dienstag leblos in ein Krankenhaus eingeliefert, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Die Behörde prüfe nun, ob der Schuss von einer Polizeiwaffe abgefeuert wurde.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Polizei einen jungen Demonstranten in einem Vorort der Hauptstadt Caracas erschossen. Seit knapp zwei Wochen protestieren Anhänger der bürgerlichen Opposition gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei.
Abgeordnete der Opposition, die im Parlament die Mehrheit hat, forderten die Sicherheitskräfte auf, repressive Maßnahmen gegen Demonstranten zu stoppen und die Verfassung zu achten. Am Sitz der Nationalgarde übergaben sie den Beamten am Dienstag eine entsprechende Petition. „Wir wollen ein Land mit Freiheit und Wahlen, aber nicht das gewalttätige Venezuela von heute“, erklärte Parlamentspräsident Julio Borges.
Die Interamerikanische Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten forderte die Regierung unter Präsident Nicolás Maduro am Dienstag auf, die Meinungsfreiheit und die Versammlungsfreiheit zu garantieren. Zudem solle auf den Einsatz von Soldaten während politischer Demonstrationen verzichtet werden. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte forderte alle Seiten zum Gewaltverzicht auf.
Seit Jahren liefern sich Sozialisten und das bürgerliche Lager in Venezuela einen erbitterten Machtkampf. Die Opposition wirft der Regierung Misswirtschaft und eine Aushöhlung des Rechtsstaats vor. Präsident Maduro beschuldigt die Kritiker, mit einem Wirtschaftskrieg und ausländischer Unterstützung eine Umsturzstimmung im Land zu provozieren. Die Lage ist zudem angespannt, weil Venezuela unter anderem wegen des Ölpreisverfalls eine schwere Wirtschafts- und Finanzkrise durchlebt.
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