piwik no script img

Protest in SpanienHologramme für Meinungsfreiheit

Tausende kamen in der spanischen Hauptstadt Madrid zusammen – als Hologramme. Sie demonstrierten gegen das neue „Knebelgesetz“.

MADRID taz | Wer vor dem spanischen Parlament demonstriert kann mit einem Bußgeld von bis zu 600.000 Euro belegt werden, so steht es im vor Ostern in Kraft getretenen „Gesetz zur Sicherheit der Bürger“.

Tausende Menschen aus aller Welt ließen sich davon nicht abschrecken. Sie kamen am Freitagabend vor dem Kongress in Madrid zusammen – als Hologramm. Die Demonstration wurde dreidimensional in den Raum vor der spanischen Volksvertretung projiziert.

Die Teilnehmer hatten ihr Gesicht zuvor für die „weltweit erste holographische Demonstration“ auf einer Internetseite des Bündnisses „Wir sind kein Delikt“ eingescannt, das seit Monaten gegen das sogenannte „Knebelgesetz“ der konservativen Regierung unter Mariano Rajoy mobil macht.

„Mit dieser Initiative erzählen wir von einer surrealistischen Zukunft, in der du dich entmaterialisieren musst, um die fehlende Meinungsfreiheit anzuklagen“, erklärt eine Sprecherin der Initiative.

Neben Demonstrationen vor dem Parlament werden unter anderem das Filmen und Fotografieren von Polizeibeamten im Einsatz oder das Twittern über eine nichtangemeldete Demonstration mit einem Bußgeld von 300 bis 600.000 Euro geahndet.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Themen

Mehr zum Thema

0 Kommentare